Andrea Bocconi

Reisen und bleiben

Cover: Reisen und bleiben
Dörlemann Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783908777281
Gebunden, 239 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Susanne van Volxem. Reisen - Neue Gerüche, neue Geschmäcker, andere Spielregeln Niemand kennt uns, niemand verbindet unser Gesicht mit einem Namen. Unsere alte Identität hat keine Gültigkeit mehr. Wir werden mit neuen Augen gesehen und betrachtet, und wir sehen und betrachten selbst mit neuen Augen. Wir fühlen uns freier, lebendiger, unsere Sinne erwachen, unsere Vorurteile werden abgebaut. Doch das ständige Weggehen läßt sich auch als Wiederholungszwang entlarven, der mit Freiheit nichts zu tun hat, als eine Flucht vor uns selbst. Und bleiben - Der eine geht auf Reisen, doch eingesponnen in seinen eigenen Kokon bewegt er sich nicht von der Stelle. Der andere bewegt sich und legt lange Wege zurück, ohne je sein Zimmer zu verlassen. Ist es am Ende unerheblich, ob man reist oder bleibt?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007

Obwohl es wahrlich mehr als genug Venedig-Fotobände gibt, lassen sich auf den Aufnahmen von Christoph Lohfert und Rainer Groothuis unvertraute Seiten der Lagunenstadt entdecken, lobt Kristina Maidt-Zinke erfreut. Nicht nur, dass sich die Fotografen auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen beschränken, lässt Venedig in neuem Licht erscheinen, auch die Standpunkte, die ein besonderes Interesse am Schrägen, Nachtseitigen und mitunter Hässlichen bekunden, gefallen der Rezensentin. Ihr haben offensichtlich besonders die Aufnahmen der raren Venezianer sehr imponiert, die eine große Einsamkeit ausstrahlen. Wenn es nach der Rezensentin gegangen wäre, hätten die ebenfalls enthaltenen Karnevalsfotos gar nicht Not getan, die ohnehin nur ein Klischee transportieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007

Nach Hilmar Klutes Geschmack geht es in Andrea Bocconis Reisebuch zu besinnlich und transzendental zu. Jede Reise werde dem italienischen Autor zur inneren Einkehr und Reflexionsfolie eigener Befindlichkeit, so der Rezensent befremdet. Wenn es dann doch einmal interessant wird und Bocconi beispielsweise zur umfassenden Kritik am globalen Tourismus ansetzt, bricht er auch schon wieder ab und wendet sich wieder der eigenen Seelenlage zu, seufzt Klute angeödet.

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