Das Tamagotchi Phänomen: ein lebloses Technikding, das hungert, weint und schläft, erobert den Markt. Es wird angeboten, nachgefragt, hat seinen Preis. Die Aktienwerte des Konzerns steigen. Die Finanz- und Währungsmärkte folgen ihren eigenen Gesetzen. Schließlich ist das elektronische Kuscheltier out, der Markt übersättigt. Fabriken müssen schließen. Arbeitslosigkeit ist die Folge. Dann wird auch noch das Geld knapp. Wie funktionieren diese ökonomischen Zusammenhänge? Was beeinflusst den Markt? Die Ökonomie ist kein Buch mit sieben Siegeln. Dass sie zu entziffern ist, zeigt Andre Fourcans in seinem vergnüglich zu lesenden Buch. Seine Tochter ist die kritische Zuhörerin. Er weiß um ihre Skepsis und um die Gefahr, sie mit diesem trockenen Thema zu langweilen. Genau das weckt aber den Ehrgeiz des Erzählers, und so verdeutlicht er schon mal den -Grenznutzen- mit dem übermäßigen Verzehr von Schokolade. Aber damit begnügt er sich nicht. Er bringt ihr ebenso einige zentrale Gedanken berühmter Klassiker nahe und erklärt, was Ökonomen etwa zum Phänomen der Liebe zu sagen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.11.2000
Olivier Löffler fragt sich, ob sich dieses Jugendbuch über die Grundlagen der Wirtschaft nicht doch eher an die Erwachsenen wendet, die sich etwas verspätet diesem Thema nähern wollen. Denn wenn der Autor - "renommierter Professor für Ökonomie und Finanzwesen" - Termini wie "Physiokraten" oder "Naturrecht" ohne Erläuterungen einbringe, könne er nicht davon ausgehen, dass sie von Jugendlichen verstanden werden, tadelt der Rezensent. Auch die Ankündigung, komplexe Zusammenhänge "unterhaltsam" zu vermitteln, scheint Löffler etwas zuviel versprochen, denn das Buch erfordert seiner Ansicht nach ziemlich viel "Konzentration" von jugendlichen Lesern. Trotzdem lobt er es als stets "spannende" Lektüre und ist sich sicher, dass sich daraus, im doppelten Wortsinn, "Gewinn ziehen" lässt.
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