Amparo Serrano de Haro

New Yorker Nachtstück

Roman
Cover: New Yorker Nachtstück
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004
ISBN 9783608936568
Gebunden, 148 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Sie kommt nach New York, um zu vergessen: eine Leidenschaft zu vergessen, die sie mit ihrer eigenen Mutter teilen mußte. Wie eine Schlafwandlerin tappt sie durch die fremde, faszinierende Stadt, schließt Freundschaften mit Exzentrikern und betrügerischen Bonvivants. Alle laden sie ein, ihnen von ihr zu erzählen, um sich in ihrer Geschichte wiederzufinden, genau wie sie ihr Unglück in ihnen entdeckt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2004

Ein "prekäres" Verhältnis zwischen Mutter und Tochter, das noch dazu ein "erotisches Konkurrenzverhältnis" ist, steht im Mittelpunkt dieses Romans, schreibt Rezensent Martin Krumbholz, der lebhafte Nacherzählung vermuten lässt, dass er diesem Roman einiges abgewinnen konnte. Schauplätze sind Madrid und New York. Mutter und Tochter spiegeln einander in ihrem "Glücksbegehren", aber auch in den Städten - hier das "blumige, mütterliche Madrid", dort das "pulsierende New York", so Krumbholz. Die Autorin erzähle ihre Geschichte "sprunghaft, in kurzen nummerierten Absätzen". Besonders gut gefällt unserem Rezensenten jedoch der "schnelle, windschnittige Rhythmus der Prosa" und die "brillante, anschauliche Sprache der Autorin", die New York "glasklar" erfasse.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.07.2004

Rezensentin Anne Kraume findet, dass Amparo Serrano de Haros Geschichte um die Dreiecksbeziehung zwischen Mutter, Tochter und ihrer beider Geliebtem durchaus das Zeug zu einer unkonventionellen Erzählung gehabt hätte. Unter der oberflächlichen Deutung, die sich der Tochter und Ich-Erzählerin zunächst erschließe (nämlich dass die Rivalität der beiden Frauen um denselben Mann das eigentliche Problem sei), gehe allmählich hervor, dass der Geliebte der eigentliche "Eindringling" in die Liebesbeziehung zwischen Mutter und Tochter war. Und dies werde umso klarer, als sich die Tochter an eine Schlüsselsituation aus ihrer Kindheit erinnere, die eine bleibende Assoziation zwischen Liebesbeziehung und Gespräch zur Folge hat, was eben die ewig miteinander sprechenden Frauen zum Paar macht, im Gegensatz zum schweigenden Beisammensein mit dem Liebhaber. Genau diese Idee hat der Rezensentin sehr gut gefallen, und umso enttäuschter ist sie, dass Serrano de Haro sie nicht zur Entfaltung bringt. Nicht zuletzt, weil sie der "Manie" erliegt, alle Andeutungen "taghell ausleuchten" zu wollen.
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