Alexander Kissler zeichnet das ungemein spannende Pontifikat des einzigen deutschen Papstes der Neuzeit nach: seine drei Deutschlandbesuche; die Regensburger Rede und die Beziehungen zu den Muslimen; die Rehabilitation der alten Messe und das Verhältnis zu den Juden, den "Vätern im Glauben"; die ökumenischen Gespräche und die Konflikte um die Rehabilitierung der Pius-Bruderschaft; die Versuche einer Neu-Evangelisierung Europas und einer Stärkung des Glaubens weltweit; der Kampf gegen den Relativismus und seine drei Enzykliken; die Bewältigung schließlich des Missbrauchs-Skandals und der "Vatileaks"-Affäre. Das fast achtjährige Anschwimmen gegen den Strom war am Ende so kräftezehrend, dass Benedikt XVI. als erster Papst seit 700 Jahren seinem Amt zu Lebzeiten entsagte, um die Verantwortung für das Schiff Petri in jüngere Hände zu legen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2013
Über das Ende des Pontifikats von Benedikt XVI. bietet der Autor der Rezensentin nur Spekulation. Für Raphaela Schmid ein Bärendienst am Ex-Papst. Allerdings hat Alexander Kissler zuvor tüchtig für Joseph Ratzinger alias Benedikt einige Lanzen gebrochen, hat den Menschen hinter dem Amt analysiert, entlang der Enzykliken und Reden eine theologische Einordnung versucht und den Papst als einen Dialektiker der Aufklärung gepriesen. Wie Kissler Benedikt gegen die Medien und die Kirchenkritk in Schutz nimmt, findet Schmid offenbar in Ordnung. Dieses Buch zum Papst sieht sie noch immer allein auf weiter Flur.
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