Aus dem Französischen von Andreas Wittenburg. Alain Schnapps Essay entwirft eine Universalgeschichte der Ruinen. In globaler Perspektive blickt er auf die unvermeidliche Beziehung, die jede Zivilisation mit den Ruinen unterhält. Manche von ihnen vertrauen darauf, dass riesige Monumente dafür sorgen werden, die Erinnerung zu bewahren, andere verlassen sich mehr auf den Zauber und die Kraft der Poesie, wie im Falle der Dichter des antiken Griechenlands, um die Erinnerung an das Geschehene wach zu halten. Dieser Essay ist ein Versuch, eine vergleichende Geschichte der Ruinen des Alten Orients, der griechisch-römischen Antike und der chinesischen Welt zu schreiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2014
Jedenfalls nicht das, was Jürgen Kaube bisher annahm. Wenn der französische Archäologe und Kunstgeschichtler Alain Schnapp den Begriff der Ruine zu definieren angeht, schlackern Kaube die Ohren ob der glänzenden Argumentation und der Anschaulichkeit der Beispiele, die der Autor auffährt. Anhand ägyptischer, mesopotamischer und griechischer Ewigkeitsbemühungen erläutert der Autor dem Rezensenten, wann ein Monument zur Ruine wird: wenn es dauern sollte nämlich und die Dauerhaftigkeit und die darin aufgehobene Bedeutung schwindet.
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