Mit Texten von Alessandra Pace. Für Adib Fricke sind Wörter weit mehr als bloße Träger von Bedeutung - sie sind das Material, aus dem seine Kunst entsteht. Seit den späten 1980er Jahren erforscht der Konzeptkünstler die vielschichtige Natur von Sprache und deren Wirkung in künstlerischen Kontexten.Mit dem Werkkatalog "All These Words" präsentiert Fricke eine Auswahl aktueller und früherer Arbeiten, die seine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Materialität, Plastizität und Wahrnehmung von Sprache sichtbar machen. Zu sehen sind unter anderem Werke aus der aktuellen Serie "PTC", die das Wechselspiel von Sprache und Bild untersucht, das über viele Jahre fortlaufende Projekt "The Word Company", in dem Fricke Wörter ohne Bedeutung erschuf und in Umlauf brachte, sowie frühe computerbasierte Arbeiten vom Anfang der 1990er Jahre und textbasierte Installationen im öffentlichen Raum. In Projekten wie "How Art Is Made" als Teil der Werkgruppe "Minimal Words" integriert er die Reflexion über den Entstehungsprozess von Kunst direkt in seine Praxis - Sprache ist hier zugleich Werkzeug, Thema und Medium. Frickes künstlerisches Denken verbindet sich mit neurowissenschaftlichen Fragen zu Wahrnehmung, Kreativität und Bewusstsein.
Auf ein sehr gegenwärtiges Werk blickt dieser Band laut Rezensentin Katrin Bettina Müller zurück. Der Künstler Adib Fricke, der diese Rückschau aufs eigene Werk gemeinsam mit der Texterin Alessandra Pace erstellt hat, arbeitet insbesondere mit Sprache, andere Formelemente wie etwa Farben werden nur reduziert eingesetzt. Dabei entstehen Installationen, computergenerierte Kunst, fiktive Zeitschriftencover oder auch Interventionen im öffentlichen Raum, etwa wenn Berliner Plakatwände mit ungewöhnlichen Slogans wie "dein Darm denkt mit" bedruckt werden. All das ist spielerisch und ironisch, Frickes Werk ist, freut sich Müller, einerseits vielseitig anschlussfähig an gegenwärtige Diskurse zum Beispiel um "Urheberschaft im digitalen Zeitalter, oder die Reduktion von Diskursen auf Floskeln"; und andererseits schlicht gute, kreative Kunst. Müller jedenfalls findet viel von Interesse in diesem Buch.
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