Adeline Dieudonne

23 Uhr 12 - Menschen in einer Nacht

Ein Roman in zwölf Geschichten
Cover: 23 Uhr 12 - Menschen in einer Nacht
dtv, München 2022
ISBN 9783423290227
Gebunden, 176 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Sina de Malafosse. Zwölf Menschen nachts an einer Raststätte …Eine Sommernacht an einer Autobahn-Raststätte in den Ardennen. Im hellen Neonlicht werden ein Dutzend Personen um 23:12 Uhr Zeuge, wie eine alte Frau über die Leitplanke der Fahrbahn klettert. Die Kassiererin der Tankstelle; Chelly, die Pole-Dance-Lehrerin; Alika, das philippinische Kindermädchen; Victoire, 25-jähriges Topmodel; Loic, Autoschlosser und Pick-up-Artist; Joseph, Handelsvertreter für Milben ... Jede(r) von ihnen ist ein Outsider und hat einen an der Klatsche. Ein einzigartiges Panoptikum menschlicher Absonderlichkeiten in Dieudonnés unvergleichlichem Sound: knallhart, drastisch, wild, tabulos, surreal, rabenschwarz und voll überbordender Fantasie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2022

Rezensent Tilman Spreckelsen findet den Ertrag der erzählerischen Mühen, die Adeline Dieudonne mit ihrem Text auf sich nimmt, eher mau. Die Idee, in zwölf Kapiteln zwei (ziemliche blutige) Minuten aus dem Leben einiger sich zufällig auf einem Rastplatz begegnender Menschen zu schildern und diese so dem Leser vorzustellen, hält der Rezensent für mindestens ambitioniert. Allein die Umsetzung will nicht so recht gelingen, kritisiert er. Letztlich wird keine gesellschaftliche Realität sichtbar, sondern nur die Vorstellungen der Erzählerin, meint Spreckelsen. Ton und Bilder der Erzählung scheinen ihm darüber hinaus alles andere als subtil.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 02.06.2022

Rezensent Jérôme Jaminet findet Adeline Dieudonnés neuen Roman ganz und gar nicht vergnüglich. Die in Brüssel geborene Autorin erzählt darin von Gestalten, die an Autobahnraststätten zusammentreffen, von pathologisierten Männern und von den sich revanchierenden Frauen:  Etwa Chelly, einem Instagram-Influencer-Klischee auf zwei Beinen, erklärt Jaminet. Die Figuren erscheinen ihm allerdings so stereotyp und lächerlich gemacht, dass der Rezensent das Gefühl bekommt, man habe es nicht mit einem Roman in zwölf Geschichten, sondern mit überwiegend misslungenen aneinandergereihten Kurzgeschichten zu tun. Vor allem die deutsche Übersetzung, für die viele unerklärliche Veränderungen und Kürzungen vollzogen wurden, lassen Jaminet ratlos zurück. Die Lektüre kann er nicht empfehlen.
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