Adam Silvera

More Happy Than Not

(Ab 14 Jahre)
Cover: More Happy Than Not
Arctis Verlag, Hamburg 2022
ISBN 9783038800583
Gebunden, 368 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Lisa Kögeböhn. Adam Silveras 'More Happy Than Not' ist eine Gefühlsachterbahn durch die bittere wie schöne Realität. In Aarons Leben gibt es vieles, das er lieber für immer vergessen würde. Doch erst als sein bester Freund Thomas Aarons Gefühle für ihn zurückweist beschließt er, sich mit Hilfe einer neuartigen Gehirnmanipulation seine Erinnerungen an alles, was war, und alles, was er ist, löschen zu lassen. Auf schmerzlichste Weise muss er lernen, dass das Herz sich erinnert, auch wenn der Verstand längst vergessen hat …

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2023

Kritikerin Elisa Schüler vermag sich nicht recht für den vielfach gelobten Jugendroman von Adam Silvera zu begeistern: Der schwule Jugendliche Adam unterzieht sich einer chirurgischen Elimination seiner schlimmen, belastenden Erinnerungen, vom Suizid des Vaters bis zu homophoben Attacken, ohne dass dabei erklärt würde, wie diese Operation genau funktioniert und, der größte Kritikpunkt Schülers, ohne dass besonders viel Wert auf das Innenleben des Protagonisten gelegt würde. Die Chance, diese Art der Konversionstherapie in ihre problematischen gesellschaftlichen Zusammenhänge einzuordnen, lässt der Autor für die Kritikerin zugunsten einer allzu rapiden Handlungsentwicklung vorüberziehen. Zu viel Identitätspolitik, zu wenig innere Abwägung, resümiert sie.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.05.2022

Rezensent Holger Moos scheint sich nicht zu wundern über den großen Erfolg von Adam Silveras Jugendromanen. In "More Happy Than Not" gelingt es Silvera beispielsweise auf "stilistisch 'fucking' authentische" Weise eine spannende, vielschichtige, ernsthaft tragische und doch hoffungsvolle Geschichte zu erzählen. Aaron lebt mit seiner Familie, oder dem, was davon übrig ist, in äußerst prekären Verhältnissen, sein Vater hat Suizid begangen, gefunden wurde er von Aaron und seinem Bruder. Nach einem Selbstmordversuch will Aaron sein Leben wieder in die Hand nehmen, wobei ihm erst seine Freundin, später ein neuer Freund helfen, für den Aaron bald verwirrende Gefühle entwickelt. "More Happy Than Not" erzählt überzeugend von einer Identitätssuche mit vielen Hindernissen und Umwegen, so der angetane Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 13.05.2022

Rezensentin Sylvia Schwab kann den amerikanischen Hype um den Debütroman sowie die übrigen Jugendbücher von Adam Silvera nachvollziehen, wenngleich sie durchaus einige Mängel feststellt. Außer Frage steht für sie die große Bedeutung von Silveras Roman für insbesondere queere Jugendliche in den USA. Einerseits mache der Autor deutlich, wie leidvoll, wie schwer die Selbstfindung und Einordung in einer Welt sein kann, in der Konversionstherapien wieder gesellschaftsfähig werden und Kinderbücher über Trans-Menschen aus den Bibliotheken verschwinden. Andererseits gelingt es Silvera, seinen Leserinnen und Lesern ein Gefühl von Akzeptanz, Verbundenheit und Selbstsicherheit zu vermitteln, indem er ihre Probleme und Wünsche ernst nimmt. Bedauernswert findet die Rezensentin, dass die Gedanken und Gefühle des Protagonisten Aaron ihr seltsam unzugänglich bleiben. Er "analysiert mehr, als sich mitzuteilen", stellt Schwab fest. Trotzdem ist und bleibt "More Happy Than Not" ein wichtiges und ein besonderes Buch über Diversität und Selbstfindung, schließt sie.

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