Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg. Neun Geschichten über Menschen, die sich in einer Welt behaupten wollen, die ihnen fremd geworden ist. Ein jugendlicher Scharfschütze, der aus großer Entfernung das Leben seines Opfers auslöschen kann, aber verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht, das bezaubernde Mädchen direkt vor seiner Nase anzusprechen. Ein ehemaliger Polizist, der endlich ein Leben ohne Gewalt führen will, aber als Mitarbeiter des städtischen Zoos gezwungen ist, regelmäßig überzählige Tiere zu töten. Ein melancholischer Student, der einen Bus mit übermütigen Krebspatientinnen in eine entlegene Bar fährt und sich von der wilden Entschlossenheit der Frauen, das Leben bis zum Äußersten auszuschöpfen, anstecken lässt. Der Besitzer eines Ladens für kugelsichere Westen, der sich über starke Konkurrenz beklagt, weil das Geschäft so lukrativ geworden ist ... Adam Johnsons Figuren sind Sinnsuchende in einem gefährlichen und zutiefst verstörenden Umfeld, wobei sie dem, was das Leben heutzutage ausmacht, ganz nahe kommen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.12.2010
Rezensent Tilman Urbach ist recht beschwingt - so beschwingt, dass er sich in seiner kurzen Kritik zu recht viel Nacherzählung hinreißen lässt. Die absurden Szenarien von jungen Scharfschützen, Läden, die mit schusssicheren Westen (auch fürs Baby) handeln, leeren Parkplätzen vor Supermärkten und sympathisch liebestolpatschigen Akteuren kommen einem seltsam vertraut vor - klingt fast wie ein Film von den Coen-Brüdern, möchte man sagen. Der Autor, so Urbach, lehrt Creative Writing an der Stanford University. Und er hat unseren Rezensenten spürbar gut unterhalten!
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