Adam Haslett

Stellt euch vor, ich bin fort

Roman
Cover: Stellt euch vor, ich bin fort
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018
ISBN 9783498030285
Gebunden, 464 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren.  Ein moderner Familienroman in der Tradition einer welthaltigen und weltläufigen US-Literatur. Alles beginnt mit einem Unglück auf einer Landpartie in Maine. Nein, früher: Es beginnt in den 1960er Jahren in London, als die junge Amerikanerin Margaret erfährt, dass John, ihr Verlobter, nicht einfach verschwunden, sondern manisch-depressiv in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden ist. Vor die Wahl gestellt, entscheidet sie sich für ein Leben an seiner Seite, ein Leben mit seiner Krankheit. Was daraus folgt, ist die Geschichte einer Familie über zwei Generationen, die Geschichte einer erblichen bipolaren Störung, einer mal glanzvollen und häufiger noch prekären Existenz, durchzogen von den Spuren eines großen Verlusts. Adam Haslett erzählt von Mutterliebe und Geschwisterbanden mit derselben Glaubwürdigkeit und Präzision wie vom Hummerfischen, von Clonazepam oder Funk, Techno und House.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.01.2018

Obwohl Rezensent Christoph Schröder durchaus wohlwollende Worte für den zweiten Roman Adam Hasletts übrig hat und zwar nicht zu knapp, macht seine Rezension keine große Lust auf die Lektüre. Da ist dieses eine Wort, das jedes Lob übertönt, all das erzählerische Geschick, die Authentizität, das interessante Konzept - "langweilig". Aus wechselnden Perspektiven erzählt Haslett in "Stellt euch vor, ich bin fort" von einer Familie, die zerrüttet wird durch Depressionen, eine Familie die sich abmüht, die Verbindungen unter ihren Mitgliedern aufrecht zu erhalten, obwohl es gerade diese Verbindungen sind, die sie vergiften, lesen wir. Der Aufbau der Geschichte ist klug und plausibel, auch entwickelt der Roman an einigen Stellen eine erstaunliche Sogkraft, insbesondere dann, wenn aus der Sicht der Großmutter erzählt wird, sol Schröder. Wenn es jedoch um die Lebenswege der Enkelkinder geht, driftet Haslett in Klischees und langatmige Beschreibungen ab, was leider wenig Freude bereitet, schließt der abwägende Rezensent.
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