Als enger Vertrauter von Arafat war Abdallah Frangi 42 Jahre lang in Deutschland und wurde hier zur Stimme der Palästinenser seit 1974 als offizieller Vertreter der PLO in Bonn und Berlin. Durch seine engen Kontakte zu den maßgebenden Politikern brachte er die Interessenlage des palästinensischen Volkes auf die politische Agenda. Er pflegte u. a. Verbindungen zu Hans-Jürgen Wischnewski, Joschka Fischer, Hans-Dietrich Genscher und Gerhard Schröder ein einzigartiger Blick hinter die Kulissen der internationalen Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2012
Spannend wie einen Agententhriller findet Wolfgang Günter Lerch die Lebenserinnerungen des führenden PLO-Funktionärs und Arafat-Vertrauten Abdallah Frangi. Die zusammen mit einem Ghostwriter verfassten Memoiren lassen aber auch 50 Jahre Zeitgeschichte, respektive Geschichte des Nahen Ostens, von der Gründung der PLO bis in die Jetztzeit, vor den Augen des Rezensenten vorüberziehen. Die Bilanz des Autors erscheint Lerch durchaus positiv, sowohl persönlich als auch insgesamt für die Palästinenser. Dass sich aus israelischer Sicht manches an diesem Buch kritisieren lässt, ist Lerch klar. Ausdrücklich lobt er jedoch die Fairness, mit der Frangi Israel behandelt. Dass der Autor einen Eindruck von der Dramatik des Themas vermittelt, detailliert die Rivalitäten unter den arabischen Staaten zu schildern vermag und auch mit Kritik nicht spart (an Netanjahu namentlich), lässt das Buch für Lerch zu einer lebendigen Lektüre werden.
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