Hünej, eine junge Frau aus dem Altaigebirge, wird von einem großen, starken und überall behaarten "Menschenwild" geraubt, verbringt mit ihm einen Winter in der Wildnis des Hochgebirges und fasst schließlich Zutrauen zu ihm. Gemeinsam meistern sie die Gefahren des alltäglichen Überlebenskampfes. Sie kommen sich auch körperlich näher, und Hünej wird Mutter. Doch sie möchte zurück zu ihrer Nomadensippe in der Ebene und flieht. Er folgt ihr. Galsan Tschinag, der deutschschreibende mongolische Schamane, erzählt die alte Legende vom Tiermenschen neu. Eine Erzählung von großer Anmut, voll Glück und Trauer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2008
Einen etwas zwiespältigen Eindruck hat diese Erzählung Galsan Tschinags bei Rezensent Thomas Scholz hinterlassen. Die Geschichte um eine junge Frau, die von einem Gijik, halb Tier, halb Mensch, geraubt wird und mit diesem "Menschenwild" nach anfänglichem Widerwillen eine glückliche Beziehung eingeht, hat seine Wurzeln in der "Welt der mongolischen Legenden". Scholz sieht hier, fast wie nebenbei, die Frage nach dem Wesen des Menschen thematisiert. Die Erzählung ist in seinen Augen zugleich ein "ungewöhnliches" Plädoyer für die Einfachheit der Bedürfnisse. Der Stil des auf Deutsch schreibenden Autors ist für ihn von "anregender Andersartigkeit". Allerdings bleibt die Handlung, wegen des knappen Umfangs der Erzählung, seines Erachtens diesmal ein wenig an der Oberfläche kleben. Auch die "eindrucksvollen" Bilder, die Tschinags Romane auszeichnen, wollen sich in vorliegender Erzählung zu seinem Bedauern nicht wirklich entfalten.
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