Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Journalistische Jungtürken
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
14.08.2009. Die NZZ berichtet aus dem digitalen Kulturkampf der Blogger gegen die übrigen Medien. Slate bestätigt sich die Attraktivität von Google und Twitter durch ein Rattenexperiment. In der FR schreibt Yoram Kaniuk über die "letzte Liebe" alter Eheleute in einem Krebskrankenhaus. Die Welt konstatiert: Der Niedergang der Leipziger Schule ist auch durch einen belgischen Professor nicht zu stoppen. In der FAZ erklärt Mathias Döpfner, wie er den Qualitätsjournalismus durch ein zahlbares App für bild.mobile auf dem i-Phone retten will.
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2009
Zwischen "digitalem Kulturkampf" und "publizistischem Klassenkampf" verorten Stephan Weichert und Christian Zabel auf der Medienseite die Auseinandersetzungen zwischen etablierten Journalisten und Bloggern: "Die neuen Wortführer, viele von ihnen Mittdreißiger, stehen unter dem Druck, sich in der Medienbranche zu positionieren. Dies funktioniert aber immer nur als 'Aufstand gegen die Alten'. Die 68er haben dies damals mit einem politischen Umbruchprozess kombiniert; nun bedienen sich die journalistischen Jungtürken der neuen Technologien, um ihr Ziel zu erreichen. Es wandeln sich auch die Rollen- und Selbstbilder. Während sich Journalisten zunehmend mehr als neutrale Vermittler denn als Kontrolleure der Macht begreifen, zeichnet sich die Blogger-Szene durch Nonkonformismus, gesteigerte Meinungsfreude und oft auch durch Ablehnung langatmiger redaktioneller Prozesse aus."
Weitere Artikel: Peter Hagmann erlebte bei der Eröffnung des Luzerner Festivals einen musikalischen Höhenflug: "Claudio Abbado dirigierte mit den bloßen Händen. Aus den Fingerspitzen kam die Energie, und sie floss in einen riesig besetzten Klangkörper, dessen Mitglieder allesamt das Letzte gaben." Roman Bucheli meldet einen drei Jahre alten Fund im Max-Frisch-Archiv in Zürich: Ein Tagebuch des Schriftstellers aus dem Jahre 1982, das der Öffentlichkeit bisher vorenthalten wurde. Zum 40. Jubiläum erinnert Stefan Hentz auf der Pop und Jazzseite an die Utopie und das Geschäft des legendären Woodstock Festivals. Karin Leydecker besichtigt das neue Museum "Kunst der Westküste" auf Föhr.
Besprochen werden die Ausstellung "Schnee. Rohstoff der Kunst" im Huberhus Museum in Lech am Arlberg und das neue Album "The Last" von der Bachata-Band Aventura.
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Aus den Blogs, 14.08.2009
(Via 3quarksdaily) Emily Yoffe fragt sich in Slate, warum Menschen süchtig nach Google und Twitter werden und fühlt sich an Rattenexperimente des Verhaltensforschers Jaak Panksepp erinnert, dessen Versuchstiere immer wieder einen durch eine ins Hirn gesteckte Elektrode erzeugten elektrischen Impuls in einer bestimmten Hirnregion auslösen wollten. Dieselbe Region stimulieren wir offensichtlich durch endloses Surfen im Netz: "Panksepp has spent decades mapping the emotional systems of the brain he believes are shared by all mammals, and he says, 'Seeking is the granddaddy of the systems.' It is the mammalian motivational engine that each day gets us out of the bed, or den, or hole to venture forth into the world."
Das ReadWriteWeb zitiert eine EU-Studie über das Nutzerverhalten im Internet (hier als pdf), die Mathias Döpfner (siehe unten) wohl nicht so gefallen würde: "Only around 20% of online users would pay for online content if all the other free options suddenly disappeared."
Stefan Niggemeier staunt auch Tage nach der Veröffentlichung noch über einen (hohlspiegelreifen) Satz aus dem Spiegel-Titel über das Internet: "Das Netz, so sehen es manche, bedroht den Frieden der Welt." Und Niggemeier: "Der Friede der Welt ist bedroht?? Nein, halt: Es herrscht ein Friede der Welt??"
Google Book Search ermöglicht es jetzt, Bücher unter "Creative Commons"-Lizenz bei Google zu veröffentlichen, so teilt das blog des Hauses mit: "Today, we're launching an initiative to help authors and publishers discover new audiences for books they've made available for free under Creative Commons (CC) licenses. Rightsholders who want to distribute their CC-licensed books more widely can choose to allow readers around the world to download, use, and share their work via Google Books." Zu den ersten so veröffentlichten Büchern gehört auch das neueste buch von Lawrence Lessig: "Code: Version 2".
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Rundschau, 14.08.2009
Der israelische Autor Yoram Kaniuk hat Krebs. Im Aufmacher schildert er seinen Alltag in einem israelischen Krankenhaus und lobt die Ärzte und Krankenschwestern und die "letzte Liebe" alter Eheleute: "Vergangene Woche sah ich einen einhändigen Mann, der seiner Frau liebevoll einen Schweißtropfen von der Augenbraue wischte und ihr zu Trinken gab, und sie, die arme Frau, wird bald sterben."
Weitere Artikel: Der Architekt und Stadtplaner Robert Kaltenbrunner hat gegen die Abschottung ethnischer Minderheiten in bestimmten Stadtvierteln nichts einzuwenden, kritisiert aber die Abschottung wohlhabender Menschen in "Gated Communities". Hansjörg Graf plädiert für August Lafontaine, dessen auch von Schiller und von Arno Schmidt geschätzter Roman "Quinctius Heymeran von Flaming" gerade bei Zweitausendeins neu herausgebracht wurde. Harry Nutt meldet, dass Rolf Hochhuth im Streit um die Bespielung des Berliner Ensembles in der Sommerpause vor Gericht gegen Claus Peymann unterlag. Hans Christoph Buch, der einige Zeit in China verbrachte, versucht aus den faits divers in der China Daily einiges über das wahre Leben im Lande jenseits der frommen Parteilügen herauszulesen.
Besprochen werden nachgelassene Schriften Paul Feyerabends und eine CD der Gruppe Zoot Woman.
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Spiegel Online, 14.08.2009
Ist Das Internet ein rechtsfreier Raum? Konrad Lischka hat für Spiegel Online recherchiert und auch mit Anwälten wie dem Hamburger Anwalt Martin Bahr gesprochen: "Bahr berät Unternehmenskunden dabei, ihre Online-Shops und Web-Auftritte rechtssicher zu machen - seine Bilanz: 'Das Internet ist durchreguliert. Es gibt extrem überregulierte Bereiche.' Wenn er 'zum Beispiel im Impressum oder in der Widerrufsbelehrung meines Web-Shops ein Komma vergesse oder 'seien' statt 'wären' schreibe", könne er abgemahnt werden. 'Da gibt es sehr viele Regelungen und sehr viele Meinungen, wie die zu interpretieren und umzusetzen sind.'"
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 14.08.2009
Uta Baier erklärt die Auseinandersetzung um Neo Rauchs Nachfolger als Malerei-Professor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Berufen wurde der Kölner Maler Heribert Ottersbach, Rauch hatte für den Belgier Michael Borremans plädiert. Nun fürchten alle das Ende der Leipziger Schule: "Dass die große Leipziger Zeit jetzt wohl vorbei ist, ist traurig für Leipzig, aber nicht gerade überraschend. Kann man Erfolg konservieren? Arno Rink glaubt das nicht: 'Wäre Neo Rauch weiter Professor geblieben, hätte er das Abgleiten der Schule in die Beliebigkeit nur hinausgezögert. Dieser Erfolg hing immer an den einzelnen Künstlern, die sich überraschenderweise jahrelang in Leipzig zusammenfanden.' Die figürliche Malerei wird nicht sterben. Aber vielleicht werden die interessantesten Maler in Zukunft nicht mehr aus Leipzig kommen."
Weiteres: Matthias Heine warnt in einer Replik auf Joachim Kaiser vor Demut und Textfrömmigkeit gegenüber den Klassikern: "Schlimmer als Goethe Schillers 'Wallenstein' verhunzt hat, könnte kein Regietheaterberserker einen Klassiker schänden." Für kein schönes Schauspiel hält Eckhard Fuhr, was Rolf Hochhuth gerade im Streit um das Berliner Ensemble abliefert. Fuhr erinnert auch an die Gründung des Deutschen Nationalvereins vor 150 Jahren. Uwe Schmitt besucht das Woodstock-Museum in Bethel Woods. Schon aus währungstechnischen Gründen kann Manuel Brug das Opernfestival in Glyndebourne empfehlen - und wegen der langen Picknickpausen: "Schlamm, feuchte Kälte und schlechtes Wetter werden grundsätzlich ignoriert." Hanns-Georg Rodek sieht sich einen Film der NVA über den Mauerfall an. Und Peter Schütt erinnert sich an den Sommer 2002.
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Tageszeitung, 14.08.2009
"Überraschend sanft und schön" fand Katrin Bettina Müller "Poussieres de sang", die Choreografie, mit der die westafrikanische Tanzcompagnie Salia ni Seydou aus Burkina Faso heute das Berliner Festival Tanz im August eröffnet. "Überraschend deshalb, weil Gewalt das eigentliche Thema war, dem Tänzer und Musiker zunächst in Improvisationen nachgingen. Eine brutale Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Soldaten in Ouagadougou, die auch Unbeteiligten das Leben kostete, war der Auslöser gewesen - aber diese Verortung in einem lokalen Kontext interessierte die beiden Choreografen bald weniger, als die generelle Frage nach der Entstehung von Gewalt."
Weiteres: Ziemlich glattgebürstet findet Thomas Winkler das neue Album "Far" der New Yorker Sängerin Regina Spektor. Und der Schriftsteller Franz Dobler hat aus der Publikationsflut zum 40. Jubiläum von Woodstock zwei lesenswerte Bücher herausgepickt: die nun auf Deutsch erschienene Erinnerung "Making Woodstock" der beiden Festival-Finanziers Joel Rosenman und John Roberts sowie "Woodstock '69 - Die Legende" von Frank Schäfer (mehr dazu in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr)
Und Tom.
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2009
Im Interview mit Jonathan Fischer erklärt der Musiker Jan Delay, dass es in Deutschland zwar Black Music gebe, aber keinen anständigen Soul: "Black Musik ist ein billiger Rhythm'n-Blues-Aufguss für ein abgestumpftes Kartoffel-Publikum. Da geht es nicht um Herzblut oder Leidenschaft, da spielt auch die Subkultur, aus der das kommt keine Rolle. Hauptsache die Sänger haben ein paar dralle bitches in ihrem Video und können toll tanzen. Ich hasse diese ganze dazugehörige Szene: Jedenfalls denke ich bei Black Music an Sonnenstudio-Typen, die mit dem Pickup-Jeep herumfahren."
Weitere Artikel: Alex Rühle schildert die neuesten Verlogenheiten im Umgang Bayerns mit der Hauptschule: Unter dem Namen "Profilbildung" wird sie nur weiter kaputt- und zur "Restschule" kleingespart. Er berichtet auch, wie der chinesische Künstler Ai Weiwei wegen erneuter Einmischung in die Politik verhaftet und dann wieder freigelassen wurde. Sonja Zekri hat den Roman gelesen, in dem der hier mutmaßlich unter Pseudonym schreibende hochrangige Kreml-Politiker Wladimir Surkow einen korrupten Verbrecher zum Helden macht, um einen starken Staat fordern zu können. Den britischen Dramatiker Dennis Kelly hat Christopher Schmidt zur Uraufführung von dessen neuem Stück "Orphans" in Edinburgh besucht. Thomas Steinfeld schreibt einen Besinnungsaufsatz über die Krise und den Wandel der Werbung in Richtung Design. Stephan Speicher kommentiert das Gerichtsurteil, das Claus Peymann nicht dazu zwingt, Rolf Hochhuth sich im Berliner Ensemble aufführen zu lassen. Willi Winkler erinnert an das Festival von Woodstock, das vor vierzig Jahren stattfand.
Besprochen werden die konzertante Salzburger Aufführung von Beethovens "Fidelio" mit Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra, Anne Fontaines Film "Coco avant Chanel" mit Audrey Tautou ("Als biographisches Drama bleibt 'Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft' belanglos, aber Anne Fontaine gelingt dann doch etwas Spannendes: sie zeigt die Geburt eines neuen Modestils aus dem Protest gegen soziale Demütigung", schreibt Rainer Gansera) und Bücher, darunter Irene Nemirovskys Roman "Herr der Seelen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Frankfurter Rundschau | Spiegel Online | Die Welt | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2009
Springer-Chef Mathias Döpfner will wieder eine wirtschaftliche Basis für den Qualitätsjournalismus seines Hauses schaffen und setzt dabei im Interview mit der Wirtschaftsredaktion der FAZ vor allem aufs i-Phone. "Sämtliche Inhalte auf Smartphones werden wir auf Dauer gegen Gebühr anbieten. Das mobile Endgerät, das Handy, kann am ehesten die Zeitung der Zukunft sein. Für das iPhone von Apple entwickeln wir sogenannte Apps, also kostenpflichtige Angebote, über die man dann welt.mobil, bild.mobil oder computerbild.mobil bezahlt und quasi abonniert. Im Herbst gehen wir damit auf den Markt."
Im Kulturteil verteidigt Christian Geyer in der Diskussion um die Auslagerung eines Gesetzesentwurfs des Wirtschaftsministeriums die externen Berater und Lobbyisten als der Komplexität der Politik geschuldete Notwendigkeit: "Die Sachverständigen brauchen Regeln, keine pauschale Beschimpfung als Steuergeldfresser." Wie sich die Stadt Köln von einem Ehepaar "vorführen" lässt, das einen Stadtmuseums-Erweiterungsbau nur zu ganz genau vorgeschriebenen Bedingungen stiften will, erzählt Andreas Rossmann. Jan Brachmann hat erste Konzerte beim Luzern-Festival (Website) gehört. In der Glosse reibt sich Jörg Thomann die Augen, in was für einen Kindergarten sich Hollywood gerade verwandelt - mit geplanten Filmen zu "Lego", "Monopoly" und "Schiffe versenken". Jürg Altwegg muss melden, dass wegen der Finanzkrise sogar in Genf sehr unschweizerisch um Häuserpreise gefeilscht wird. Klaus Englert begutachtet die neue deutsche Botschaft in Warschau. In amerikanischen Zeitschriften liest Jordan Mejias unter anderem des Radiohead-Masterminds Thom Yorke Absage an CDs, an Verwerter und ans Albumformat (hier der Anfang des Interviews). Raphael Gross überlegt, ob Ignatz Bubis' Projekt "deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" am Ende gelungen oder gescheitert ist. Gemeldet wird, dass ein drittes, bislang unveröffentlichtes Tagebuch, das Max Frisch in den achtziger Jahren führte, im nächsten Jahr bei Suhrkamp herauskommen wird.
Auf der Medienseite porträtiert Josef Oehrlein den brasilianischen Abgeordneten und Fernsehmoderator Wallace Souza, der Morde in Auftrag gegeben haben soll, um als erster darüber berichten zu können.
Besprochen werden Henry Selicks Verfilmung von Neil Gaimans "Coraline" und Bücher, darunter eine neue Taschenbuchausgabe von Ken Keseys Klassiker "Der Electric-Kool-Acid Test" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








