Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
13.04.2007. Was wären die deutschen Zeitungen ohne die französischen Intellektuellen? In der taz glaubt Bernard-Henri Levy nicht, dass die islamistischen Terrorgruppen locker lassen werden. Der Tagesspiegel entlarvt Andre Glucksmann in knallharter Recherche als Renegaten, der einfach unter umgekehrten Vorzeichen weiter wütet. Die FR vermisst die Intellektuellen im französischen Wahlkampf trotzdem irgendwie. In der Berliner Zeitung warnt der ukrainische Autor Mykola Rjabtschuk vor eine Verharmlosung der Auseinandersetzung zwischen Blau und Orange in seinem Land.Und in einem Artikel für Project Syndicate bestreitet Francis Fukuyama, dass es einen universellen Wunsch gibt, in einer liberalen Gesellschaft zu leben.
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Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2007
In Frankreich haben, wie Mark Zitzmann berichtet, die als "Deklinologen" bezeichneten Propheten des Niedergangs der Grande Nation Hochkonjunktur: "Titel wie 'Le Malheur français', 'Illusions gauloises', 'La France en faillite' und 'L'Agonie des elites, la France qui decroche' zeugen von der editorischen Attraktivität des 'declinisme'. Umfragen bestätigen die zunehmende Verbreitung eines von Zukunftspessimismus und Frustration getönten Unwohlseins, wenn nicht gar einer immer häufiger 'vorrevolutionär' genannten sozialen Unrast."
Weitere Artikel: In seinem Nachruf auf den Schriftsteller Kurt Vonnegut bedauert es Uwe Pralle, dass der Autor in Deutschland nicht zu den ganz Großen, sondern "allenfalls zu den Schrulligsten" seiner Zunft gezählt wurde. Bei ihrem "Blick in Zeitschriften" hat Sieglinde Geisel in "Sinn und Form" einiges zur Apokalypse gelesen. Auf der "Pop und Jazz"-Seite unternimmt Hanspeter Künzler anlässlich der neuen Alben von "Maximo Park" und den "Arctic Monkeys" eine wenig euphorische Tour d'Horizon durch die aktuelle britische Gitarrenrockszene. Eine Besprechung gibt es zu "Fornika", dem neuen Album der "Fantastischen Vier". Im "Dossier Medien" informiert "S.B." über den aktuellen Stand im "Katz-und-Maus-Spiel beim Kopierschutz".
Auf der Sachbuch-Seite werden das postum veröffentlichte "Russische Tagebuch" von Anna Politkowskaja und Awat Asadis Studie über den "Kurdistan-Irak-Konflikt" vorgestellt. Rezensionen gibt es außerdem zu neuen Hörbüchern von Gabriel Garcia Marquez bis Martin Suter (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Besprochen werden eine Ausstellung zum Grand-Hotel in der Literatur im Literaturhaus München, eine Londoner Ausstellung zu Design, Mode und Architektur der Surrealisten.
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Frankfurter Rundschau, 13.04.2007
Martina Meister weiß zu berichten, dass im französischen Präsidentschaftswahlkampf die Intellektuellen nicht mehr so sichtbar und hörbar sind wie bislang gewohnt: "Die VIPs des Showbusiness haben die alte Rolle des französischen Intellektuellen übernommen. Als habe das kurze Blitzlichtgewitter das Gewicht der Worte endgültig ersetzt. 'Wo sind die Intellektuellen geblieben?', fragte beunruhigt ein Leitartikler der katholischen Tageszeitung La Croix, der ihre Rolle als Wahlkampfpromis auf eine billige Statistenrolle zusammenschrumpfen sah."
Weitere Artikel: Sacha Verna fasst das Werk des jetzt verstorbenen Schriftstellers Kurt Vonnegut wie folgt zusammen: "Vonneguts Bücher handeln allesamt von der unerträglichen Seichtigkeit des Seins. Sie sind dem Thema entsprechend zum Totlachen. Das Universum? Ein Zufall. Der Mensch? Ein schlechter Scherz." Im Interview versucht Udo Samel zu erklären, warum der Komponist Alexander Zemlinsky, dessen Opern "Eine florentinische Tragödie" und "Der Zwerg" er gerade inszeniert, weithin vergessen ist. Sylvia Staude stellt die Pläne der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst vor. In "Times Mager" macht sich Hans-Jürgen Linke Sorgen um durcheinander geratene Bienenvölker. Auf der Medienseite informiert Rita Neubauer über den Öko-Trend in US-Medien.
Besprochen werden "Cassadaga", das neue Album von "Bright Eyes", neue Kunst auf der Frankfurter Kunstmesse "Fine Art Fair", die neu eröffnete Polarkreis-Dauerausstellung im Ledermuseum Frankfurt und eine Kasseler Inszenierung von Ron Hutchinsons Stück "Mondlicht und Magnolien".
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Die Tageszeitung, 13.04.2007
Im Interview mit Stefan Reinecke und Daniel Bax behandelt der französischen Philosoph Bernard-Henri Levy in gebotener Eile die drängendsten Probleme der Weltlage, sein neues Buch "American Vertigo", den europäischen Antiamerikanismus und den totalitären Islam. Für einen großen Fehler hält er den Glauben, dass sich islamistische Terrorgruppen wie die Hamas mäßigen, wenn sie an die Regierung kommen: "Es gibt aber auch terroristische Bewegungen, die nicht moderater geworden sind, nachdem sie einmal die Macht erlangt hatten. Die NSDAP in Deutschland war eine davon. Es gab in den Zwanzigerjahren sicher eine Menge Leute, die glaubten, dass sie sich an der Regierung mäßigen würde. Und was ist passiert? Wie können Sie als Deutsche so sicher sein, dass es besser läuft - mit diesem Vorbild?"
Im Feuilleton schreibt Falko Hennig den Nachruf auf Kurt Vonnegut: "Tatsache ist, dass sich Kurt Vonnegut in dieser Welt nicht sehr wohlfühlte". Julian Weber bespricht die neuen Alben von Marnie Stern und Panda Bear, die seiner Meinung nach vom Ende der Alternativkultur in der Lower Eastside zeugen.
Und Tom.
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Weitere Medien, 13.04.2007
In einem Artikel für das Project Syndicate prophezeit der amerikanische Theoretiker Francis Fukuyama, dass es noch eine ganze Zeit dauern wird, im Nahen und Mittleren Osten liberale Demokratien zu etablieren: "Natürlich ist der Wunsch, in einer modernen Gesellschaft, frei von Tyrannei zu leben universell oder beinahe universell... Das heißt allerdings noch nicht, dass es den universellen Wunsch gibt, in einer liberalen Gesellschaft zu leben - also einer politischen Ordnung, die sich durch individuelle Rechte und Rechtsstaatlichkeit auszeichnet. Der Wunsch, in einer liberalen Demokratie zu leben ist in Wirklichkeit etwas, das man mit der Zeit entwickelt und oftmals eine Begleiterscheinung erfolgreicher Modernisierung. Außerdem führt der Wunsch, in einer modernen liberalen Demokratie zu leben, nicht notwendigerweise zur Fähigkeit das auch zu tun. Die Bush-Administration ist bei ihren Plänen für den Irak nach Saddam wohl davon ausgegangen, dass sowohl Demokratie als auch Marktwirtschaft so etwas wie Standard-Bedingungen wären, zu denen eine Gesellschaft nach Eliminierung der Tyrannei zurückkehrt, und nicht um eine Reihe komplexer, voneinander abhängiger Institutionen, die in mühevoller Kleinarbeit im Lauf der Zeit aufgebaut werden müssen."
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Berliner Zeitung, 13.04.2007
Der ukrainische Autor Mykola Rjabtschuk wendet sich dagegen, die Geschehnisse in der Ukraine als bloßen Konflikt zwischen den beiden rivalisierenden Machthabern Viktor Juschtschenko und Viktor Janukowitsch zu betrachten. "Es wäre auch zu simpel, den Konflikt als bloße Rivalität zweier Oligarchenclans zu beschreiben - 'Millionäre' gegen 'Milliardäre', wie Beobachter während der Revolution scherzten - oder als regionale Spannung zwischen 'pro-russischem Osten' und 'pro-europäischem Westen'. Im Grunde spiegelt der Konflikt die Ergebnisse einer 'unabgeschlossenen Revolution' wider, die das Land nicht gründlich und umfassend entsowjetisiert hat - weder 1991, als die Ukraine unabhängig wurde, noch 2004, nach der orangenen Erhebung. Nun waren die Chancen für einen radikalen Wandel 1991 gering: die demokratischen Kräfte waren damals schwach, sie erhielten nur ein Drittel der Stimmen in Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. Aber 2004 standen die Chancen gut. Es waren Ungeschicklichkeit, Schäbigkeit und Zwiste der orangenen Führer, die ihre Niederlage im Parlament 2006 und Janukowitschs Rückkehr brachten."
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Die Welt, 13.04.2007
Uwe Wittstock schreibt zum Tod des amerikanischen Schriftstellers Kurt Vonnegut. Sven Felix Kellerhoff resümiert eine juristische Auseinandersetzung zwischen Gregor Gysi und seinem ehemaligen SED-Genossen Wolfgang Berghofer um Äußerungen im Jahr 1989. Dankwart Guratzsch besucht ein altmodisch anmutendes Rathausensemble der Architekten Hofmann Syfuss Knaack in Gladbeck.
Besprochen werden eine an den Kurator Pontus Hulten erinnernde Ausstellung in Darmstadt, ein Konzert des Rappers Sido, die Ausstellung des Deutschen Auswandererhauses in Bremen und Andrea Rottloffs Buch über Lebensbilder von Frauen im alten Rom. Für die Magazinseite besucht Inga Griese - perfiderweise mit einer Gucci-Tasche bewaffnet - den neuen Laden für Herren-Maßanzüge des ehemaligen Gucci-Designers Tom Ford in New York.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2007
Der Papst hat als Privatmann ein Buch geschrieben, dessen Vorwort er mit dem privaten und dem päpstlichen Namen unterschreibt. Christian Geyer hat es gelesen und ist auf die Reaktion der Theologen gespannt. Ein Verdienst hat das Buch in seinen Augen aber auf jeden Fall: "Es belebt die Auseinandersetzung um die Substanz einer Weltreligion, reißt diese Weltreligion aus den Verflachungen eines sich bloß humanitär und ethisch begreifenden Projekts heraus. Der metaphysische Ernst von Religion erhält wieder einen Bezugspunkt. Das ist ein nicht hoch genug zu veranschlagendes Verdienst dieses Buches."
Weitere Artikel: Naiv findet Dieter Bartetzko eine "CulturCooperation" genannte Inititiative, die dafür appelliert, die Nofretete-Büste zwischen Berlin und Kairo pendeln zu lassen. In der Glosse kommentiert Hubert Spiegel Dichterkult-Phänomene rund um Handke, Goethe, Schiller. Über die Lage nach dem Rücktritt des Leiters der Smithsonian Institution (Website) informiert Jordan Mejias. Im Gespräch verteidigt sich die Bestseller-Autorin Andrea Maria Schenkel ("Tannöd") gegen Plagiatsvorwürfe. Den Nachruf auf den Schriftsteller Kurt Vonnegut hat Paul Ingendaay verfasst. Auf der letzten Seite berichtet Julia Voss von der siebzehnjährigen Kakadu-Dame Pippa, die sich in den Kopf gesetzt hat, Schokoladeneier zu bebrüten. Wiebke Hüster interviewt den HipHop-Tänzer Niels "Storm" Robitzky.
Auf der Sachbuchseite finden sich Besprechungen zu Ulrich Fleckners Biografie des Autors und Kunsthistorikers Carl Einstein und Andreas Webers neuem Entwurf der Lebenswissenschaften mit dem Titel "Alles fühlt". Außerdem gibt es eine Rezension zum Briefwechsel zwischen Karl August Varnhagen von Ense und Johann Friedrich von Cotta (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Besprochen werden eine Berliner Ausstellung, die sich mit Berlin um 1800 befasst und eine Ausstellung mit Fotografien von Bernhard Fuchs im Museum Ludwig.
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Der Tagesspiegel, 13.04.2007
Zu einer wahren Brandrede gegen den "Menschenrechtsfundamentalisten" Andre Glucksmann wächst sich Gregor Dotzauers Besprechung des Erinnerungsbuch "Wut eines Kindes, Zorn eines Lebens" aus: "Wer in den Spiegel autobiografischen Schreibens schaut, entdeckt darin nicht selten einen Fremden. Glucksmann aber findet im Wesentlichen den unabhängigen, ideologiefeindlichen Geist, der er immer schon gewesen zu sein meint. Die politische Kehrtwende zu Anfang der siebziger Jahre: eine Petitesse. Glucksmanns Zeit als KPF-Mitglied, bis ihn die Partei 1957 wegen seines Protests gegen die Niederschlagung des Ungarn-Aufstands 1957 ausschloss, wird nicht einmal erwähnt, die Monate als 'Anarchomaoist' im Anschluss an den Mai 1968 werden nur knapp referiert. Nichts scheint für einen politischen Renegaten wie ihn schlimmer zu sein, als wenn er sich eingestehen müsste, die einstige Mission nur unter umgekehrten Vorzeichen fortzusetzen. Glucksmanns Denken und Empfinden, wie es dieses Buch dokumentiert, ist deshalb das Ergebnis einer doppelten, miteinander konkurrierenden Kontinuität: einer verschwiegenen und einer offenen, einer in den Untiefen des Gedächtnisses verschwundenen und einer literarisch hergestellten."
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Süddeutsche Zeitung, 13.04.2007
Der Kunsthistoriker Beat Wyss will die Strategie des Louvre, sich für eine Dependance in Abu Dhabi eine Lizenzgebühr von einer Milliarde Euro zahlen zu lassen, nicht verdammen: "Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, warf dem Louvre vor, in Abu Dhabi das kulturelle Netz der großen Museen zu zerstören. Die französische Konkurrenz führe ihre Kultureinrichtung als Unternehmen, dessen Name vermarktet werde. Hand aufs Herz: Beschreibt diese Kritik an der Außenpolitik des Louvre nicht das tägliche Brot auch der deutschen Museen? Ist nicht der gutbürgerliche Kulturauftrag längst Infotainment geworden?"
Weitere Artikel: Der am Berliner Wissenschaftskolleg forschende Ethnologe Thomas Hauschild entschlüsselt die Terroranschläge in Algier als Erfolg einer neuen Zusammenarbeit zwischen Al Qaida und dem algerischen Terrornetzwerk GIA und sieht den Terror nun auch wieder auf Europa zukommen. Er schließt mit einer Mahnung an die europäische Öffentlichkeit aus Christen und Muslimen: "Nur ein solches seiner selbst bewusstes neues 'Wir' aus Immigranten und Eingeborenen, aus Christen, Muslimen und wahrhaft 'Ungläubigen' wird die richtigen Antworten auf die Fragen finden, die al-Qaida uns stellt." Jörg Häntzschel klickt auf den ganz neuen "Global Awareness"-Button bei Google Earth und bringt googlelogische Erwägungen über die Motivationen des größten Inhalteanbieters der Welt. Willi Winkler schreibt zum Tod von Kurt Vonnegut. Petra Steinberger kompiliert (sicher ohne ihn ersetzen zu wollen, aber wenigstens online hätte sie doch verlinken können, was wir hiermit tun) einen langen Artikel aus salon.com über den Hippieautor Carlos Castaneda, der später als Sektenguru dunkel waltete. Polen-Korrespondent Thomas Urban analysiert die neuen Auseinandersetzungen zwischen Blau und Orange in der Ukraine. Stefan Koldehoff meldet, dass ein in Zagreb entdeckter Van Gogh wahrscheinlich eine Fälschung ist. Auf der Literaturseite berichtet Jörg Magenau über ein vom Goethe-Institut Sofia organisiertes Treffen mit rumänischen und bulgarischen Autoren in Povdiv.
Besprochen werden eine CD der Band CocoRosie, der Film "Verführung einer Fremden" mit Halle Berry und Bruce Willis, Roland Schimmelpfennigs Dramatisierung von Don DeLillos Roman "Körperzeit" am Zürcher Theater am Neumarkt und Bücher, darunter der neue Roman "Verlassen" von Tahar Ben Jelloun.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








