Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.05.2005. Die Welt berichtet über den Billigbuchmarkt in der Türkei, der vor allem nationalistische Schinken verbreitet. Die SZ singt eine Hymne auf das Münchner Allianzstadion. Die NZZ beklagt die Praxis sakraler Prostitution in Indien. Die FAZ berichtet über eine Falschmeldung der Gazeta Wyborcza.

Süddeutsche Zeitung, 30.05.2005

Gottfried Knaap singt eine Hymne auf die Allianz Arena, die nicht nur den Münchner Norden schlagartig aufgewertet, sondern auch eine funktionale Verschandelung des Olympiastadions verhindert hat. "Es ist gespenstisch, wie schnell die Öffentlichkeit verdrängt, dass sie jahrelang auf einer vermeintlich fußballgerechten Absenkung des Olympiastadions in den Grundwassersee bestanden und alle Alternativgedanken wütend unterdrückt hat." Alex Rühle verbringt eine Nacht in einer Privatloge (der SZ?) und lässt die "stehende Druckwelle" auf sich wirken.

Joachim Kaiser hört die Münchner Philharmoniker unter Christian Thielemann ein Beethoven-Programm meistern, das trotz seiner Popularität niemals verschlissen daherkommt. "Im Andante, das ja eine wunderbar farbige, immer wieder mystisch-abgebremste, programmatische Vorbereitung des Finales darstellt - verwirrt eine tänzelnd-synkopische piu-mosso-Stelle. Was bedeutet dieser unerwartete Ausbruch kurz vor Schluss?"

Till Briegleb erfährt vom Philosophen und Arbeitsforscher Frithjof Bergmann, wie der sich die Welt der "Neuen Arbeit" vorstellt: Jeder werkelt nach Lust und Begabung in dezentralen Minifabriken, unabhängig von Großkonzernen (mehr in den ersten 60 Seiten seines Buches). Franziska Augstein erfährt auf einer Tagung mehr über die großartige geisteswissenschaftliche Gemengelage an der Göttinger Universität des 18. Jahrhunderts. Der Kreative Moritz Reichelt lehnt an seinem perfekten Tag flugs das Bundesverdienstkreuz ab. "Nicht von Köhler!"

Besprochen werden die Uraufführung von Stefan Kaegis "Mnemopark" in Basel, eine Ausstellung mit Arbeiten von John Baldessari im Museum Moderner Kunst in Wien, gegen Ende nur noch "verbrauchtes" Tanztheater von Reinhild Hoffmann, Isabel Mundry und Brice Pauset in Mannheim, und Bücher, darunter "Der beschädigte Wüstling", die Satiren, Lieder und Briefe des Grafen von Rochester John Wilmot, Pierre Bourdieus Traktat "Die männliche Herrschaft" sowie Alfred C. Mierzejewskis "realistisches" Porträt von "Ludwig Erhard" (mehr in unsererer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 30.05.2005

Vor einiger Zeit mischte der Beststeller "Metallsturm" den türkischen Buchmarkt auf. Darin muss sich die Türkei heldenhaft gegen eine amerikanische Besatzungsmacht behaupten. Das Buch war nationalistisch und billig, Esmahan Aykol fürchtet, dass sich hier ein neues Erfolgsmodell durchsetzt: "Die 304 Seiten 'Metallsturm' kosten umgerechnet rund drei Euro. In dieser Höhe liegen auch die Preise für die neuen Ausgaben von Adolf Hitlers 'Mein Kampf', der daraufhin prompt ebenfalls zum Verkaufsschlager wurde. Und als Antwort auf den 'Metallsturm' gibt es schon einen neuen Bestseller zum Schnäppchenpreis: 'Amerika gehört uns - der Schnurrbart-Wirbelsturm'. Ebenfalls von einem Autorenduo verfaßt, erfüllt der Roman Erdogan Ekmekcis und Adem Özyols die Erwartungen aller Flügel der Nationalisten. Denn diesmal erobern die Türken die USA. Ein Außerirdischer verhilft einem türkischen 'Idealisten', einem Anhänger der nationalistischen Bewegung, zu einem Apparat, mit dessen Hilfe die Eroberung leichtes Spiel ist. Das Weiße Haus wird in den Farben der türkischen Flagge rot-weiß gestrichen, im Oval Office finden orientalische Gelage statt, Madonna übt sich in Bauchtanz - und der Freiheitsstatue wird ein Schnurrbart verpasst."

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Die Tageszeitung, 30.05.2005

Gabriele Goettle unterhält sich für ihre Reportage mit einer Pflegerin für Demenzkranke, die mit ihren Patienten in der Vergangenheit lebt. "'Sie haben, glaube ich, doch vor fünf Wochen hier noch gesteppt, Irmchen, zum Radetzkymarsch?' Irmchen schnellt von ihrem Sessel hoch, umklammert ihre Taschentücher, summt und beginnt ihre Füße in den goldenen Schuhen im typischen Stepptanzschritt mühelos zu bewegen, wirkt konzentriert und immer lockerer."

Oliver Reese hat mit "Goebbels" am Deutschen Theater die Tagebücher des Propagandaministers als Psychogramm eines faschistischen Menschen inszeniert. Dietmar Kammerer klatscht Beifall ob so viel Authentizität. "Reese hat seine Figur weniger analysiert als zerlegt und lässt Goebbels nicht von einem, sondern von gleich vier Darstellern auf die Bühne bringen. Der Effekt ist verblüffend. Der oberste Propagandist sagt so oft 'ich, ich, ich' in seinen Tagebüchern, dass Reese vermutlich nicht umhin konnte, ihn beim Wort zu nehmen und als mehrere Ichs zu inszenieren: einen selbstmitleidigen Zweifler, einen sich selbst radikalisierenden Fanatiker, einen zynischen Machtmenschen mit Rachegelüsten und einen, der bis zuletzt den 'Führer' verehrt, dessen Kult er selbst geschaffen hat."

Rot-Grün war ein Generationenprojekt, Schwarz-Gelb ist es auch, meint Patrik Schwarz in einem Debattenbeitrag. "Schwarz-Gelb wird dieses Land in seiner ganzen Breite verändern, weil an Merkel und Westerwelle eine Generation von Frühvierzigern bis Endfünfzigern aus bürgerlichen Milieus hängt, für die der Machtwechsel die letzte biografische Chance ist, in der Berliner Republik Spuren zu hinterlassen. Am deutlichsten hat das bisher FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher benannt, der damit zugleich seinen Anspruch begründete, der Herold dieser neuen Zeit zu sein."

Weiteres: Jochen Schmidt erzählt von seiner Beziehungskrise mit Berlin. In der zweiten taz läuft der Wahlkampf auf Hochtouren. Susanne Lang lässt sich im Interview von Schauspieler Peter Lohmeyer und Regisseur Lars Jessen erklären, warum sie die "Müslis" veräppeln und dennoch im Herbst die Grünen wählen. Strafverteidiger Jony Eisenberg fordert Rücktritte statt Neuwahlen. Peter Unfried denkt im ersten Teil seines Wahlkampf-Tagebuchs über Joschkas Medienkarriere als "Fatboy" nach. Albert Hefele imaginiert mal wieder ein Gespräch zwischen Politikerin Angela Merkel und ihrem Haarbändiger Udo Walz.

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 30.05.2005

Aufgeklärt verlässt Frank Keil eine Schau in der Lübecker Katharinenkriche, die sich mit der nun 50-jährigen Wirkungsgeschichte Thomas Manns beschäftigt. "Endgültig erhellend wird der mediale Blick zurück, ist man in der Krypta angelangt, wo noch einmal Heinrich Breloers Doku-Epos 'Die Manns' in voller Länge gezeigt wird. Die Besucher sitzen eng hintereinander gestaffelt auf harten Kirchenbänken, dämmrig sickert das Licht durch die Kirchenfenster, während Golo Mann sinniert und Veronika Ferres trinkt, und man merkt jetzt fern von heimischem Fernseher und vertrauter Bücherwand, wie sehr sich Breloer hinter dem Rücken von Elisabeth Mann-Borgese fortwährend verbeugt, wobei - Brrrr! - einem aus dem Kirchboden die feuchte Kälte in die Beine zieht."

Thomas Medicus hat bei der Abschlussveranstaltung des "Kulturjahres der Zehn" zur EU-Erweiterung jähe Gefühlstemperaturstürze erlebt, nur die Erwähnung der USA fehlt ihm, wie er uns in einer Times mager kundtut. Der Medienteil: Religion erlebt keine Renaissance, sondern ist in der Presse nur gerade stark vertreten, erfährt Joachim Göres in einer Diskussionsrunde mit Journalisten auf dem gerade zu Ende gegangenen Evangelischen Kirchentag. Und Vera Int-Veen versichert Jan Freitag vor der zweitausendsten Folge von "Vera am Mittag": "Es geht zurück zum gepflegten Talk."

Besprechungen widmen sich der Uraufführung von Oliver Reeses "Goebbels" am Deutschen Theater Berlin ("Was sich als Enthüllung ausgibt, ist wieder nur der, zumal von Goebbels selbst zensierte, Blick durchs Schlüsselloch", moniert Nikolaus Merck) und dem Musik-Theater von Isabel Mundry, Brice Pauset und Reinhild Hoffmann in Mannheim (Hans-Jürgen Linke preist die von dem Trio praktizierte "Kunst des Weglassens").

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Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2005

Brigitte Voykowitsch berichtet vom "Schauplatz Indien" über indische Tempeldienerinnen, genannt Jonginis, in Andhra Pradesh. "Um Yellamma gnädig zu stimmen, weihen Eltern in den Dörfern von Andhra Pradesh bis heute ihre Töchter zu Joginis, wenn sie sich Söhne wünschen oder Probleme in der Familie auftreten. Diese 'Dienerinnen der Göttin' waren einst geachtet, betont Narsamma, eine ältere Jogini aus dem gleichen Dorf. Heute dagegen arbeiteten die meisten 'als gewöhnliche Prostituierte'. Gemäß Expertinnen dürfte dies tatsächlich zutreffen. Eine Jogini darf nicht heiraten und muss jedem Mann, der mit ihr schlafen möchte, zur Verfügung stehen. 40.000 Joginis soll es derzeit in Andhra Pradesh geben, obwohl die Praxis seit 1988 gesetzlich verboten ist."

Der Schweizer Schriftsteller Hugo Loetscher unterstreicht die Bedeutung des New Europe College in Bukarest, das sein zehnjähriges Bestehen feiert. "Mit den Ausbildungsmöglichkeiten des New Europe College ergibt sich ein Mentalitätswechsel und eine Bewusstseins-Aufwertung, die für die junge Demokratie Rumäniens und auch der südosteuropäischen Region von großer Aktualität sind."

Besprochen werden die Ausstellung "Albert Einstein - Ingenieur des Universums" im Berliner Kronprinzenpalais, die auf Oscar Wildes "Lady Windermeres Fächer" basierende Filmkomödie "A Good Woman" des Regisseurs Mike Barker, ein Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit Dirigent Trevor Pinnock und Pianist Grigory Sokolov in der Tonhalle Zürich sowie Jorge Edwards' Roman "Der Ursprung der Welt" (Leseprobe). (Siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2005

Auf der Medienseite berichtet Olaf Sundermeyer über einen Zeitungsskandal in Polen. Ausgerechnet die renommierte Gazeta Wyborcza ist einer falschen Geschichte über Korruption im Warschauer Hauptkommando der Polizei aufgesessen. "Der Artikel erschien ohne Quellenangabe - und ohne Stellungnahme der beschuldigten Behörde. Der stellvertretende Chefredakteur Piotr Stasinski sagte dazu: 'Wenn wir unsere Quellen beim Hauptkommando gegengeprüft hätten, wären dort alle alarmiert gewesen.' Dieses Versäumnis entwickelte sich im Lauf der Woche zur eigentlichen Affäre, weil sich die Geschichte als Ente entpuppte. 'Damit hat die Redaktion der Gazeta Wyborcza einen schweren handwerklichen Fehler gemacht', sagt der Journalist Bronislaw Wildstein, der die sogenannte 'Wildsteinliste' mit Namen von Personen, die Kontakt zum polnischen Inlandsgeheimdienst gehabt haben sollen, öffentlich gemacht hat." Nachdem die Falschmeldung als solche bekannt wurde, erklärte die Gazeta das ganze kurzerhand zur "Intrige im Polizeiapparat, sie sei von Informanten bewusst benutzt worden, um künstlich einen Skandal zu provozieren: 'Wir sind die Opfer.'"

Weitere Artikel: Die Münchner Allianz Arena ist zwar "keine Revolution der Sportarchitektur", wie es das alte Olympiastadion war, findet Niklas Maak, aber ganz okay: "Das effektvolle Fassadenkleid ist für das 21. Jahrhundert, was die Lederhose für die Vergangenheit war: ein einprägsames Bild für 'Bayrishness' und 'Munification'." Gina Thomas erklärt, warum die Briten keine Beutekunst an eine jüdische Familie zurückgeben: Sie fürchten einen Präzedenzfall, der sie eines Tages die Parthenon-Skulpturen (Elgin Marbles) kosten könnte. Andreas Platthaus schildert Eindrücke vom Kirchentag. Regina Mönch berichtet, dass Marcus Herold, der Betreiber des Berliner Tränenpalastes, Insolvenz anmelden musste, weil er die hohe Miete in Mitte nicht bezahlen kann. Matthias Grünzig stellt das "vorzüglich restaurierte" Lausitzer Schloss Rammenau vor. Andreas Rossmann schreibt zum Hundertsten des Kunstmäzens und Übersetzers Albert Schulze Vellinghausen. Eberhard Rathgeb hat einer Vorlesung über "Grundlagen der Ingenieurbiologie" zugehört. Und Marlis Prinzing berichtet über das fünftägige "Fest der Wissenschaften und der Künste" in der Schweiz.

Auf der letzten Seite porträtiert Alexandra Kemmerer die Soziologin Myra Marx Ferree, die in Berlin einen Vortrag über "Religion und die Abtreibungsdebatte in Deutschland und den Vereinigten Staaten" hielt. Martina Kuhna schreibt über Suchdienste, die immer noch seit 1945 vermisste Deutsche suchen. Und Wolfgang Sandner erklärt, warum der Polar Music Prize nur ein "inoffizieller" Nobelpreis für Musik ist.

Besprochen werden Oliver Reeses "Goebbels" am Deutschen Theater Berlin, eine Musik-Tanztheater-Uraufführung nach Schiller in Mannheim, die Ausstellung "Ballnächte" mit Fotografien von Jakob Tuggener im Essener Museum Folkwang, Alex de la Iglesias Filmkomödie "Ein ferpektes Verbrechen" (der Titel lautet wirklich so) und Sachbücher.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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