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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

28.05.2005. In der NZZ verliert Irena Brezna auf einer Reise nach Bratislava und Budapest ihren westlich-rationalen Überbau. Außerdem besucht die NZZ Peking. Die taz bescheinigt Rot-Grün ein gutes impression management. In der Welt gibt Burkhard Spinnen uns allen die Schuld für das Müntefering. Die SZ bietet Hollywood-Regisseuren billigere Arbeitskräfte in Europa an. Die FR begutachtet Münchens neue Allianz-Arena. Und alle gratulieren dem große Dietrich Fischer-Dieskau zum Achtzigsten.

NZZ | TAZ | Welt | SZ | FR | FAZ

NZZ, 28.05.2005

In einem sehr schönen Text in Literatur und Kunst erzählt die Schriftstellerin Irena Brezna von einer Reise durch Ostmitteleuropa und davon, wie sie lernte, wieder mit dem Unberechenbaren zu rechnen: "Als nach der österreichisch-slowakischen Grenze die abbröckelnden Häuser von Bratislava auftauchen, Abfälle in den Straßengräben liegen, aus denen wie aus archäologischen Funden das Leben der Bewohner ablesbar ist, zuckt mein westlicher rationaler Überbau zusammen. Hier breitet sich die Freudsche Fehlleistung aus, die Fassaden des Über-Ichs werden mit Rissen verspottet, aus denen das ewige, ungezügelte Es herausbricht, sich ins Bewusstsein drängt. Der Westen in mir will alles zumauern, reparieren, mit Glanz übertünchen, das Unvollkommene im Zaum halten."

Außerdem gibt es in dieser großartigen Beilage einen China-Schwerpunkt: Urs Schoettli wandelt über Pekings Tienanmen-Platz und konnte keinerlei Anzeichen dafür feststellen, dass seine pompösen Bauten großen Eindruck machen: "Jedenfalls lassen sich im Alltag, wenn sich auf dem Tiananmen-Platz die Massen der Besucher aus allen Gegenden des Riesenreiches tummeln und die imposanten Zeugnisse der Staatsmacht vorgezeigt bekommen, keine Zeichen einer patriotischen Ergriffenheit erkennen. Die Gruppen benehmen sich beim Rundgang durch die Große Halle des Volkes oder durch den Kaiserpalast viel lauter und respektloser als etwa die Besucher im Schweizer Bundeshaus."

Michael Ostheimer trifft chinesische Studenten, deren Motto er so fasst: "Die Mauern meines Campus bedeuten die Grenzen meiner Welt." Denn: "Gegenüber den Reizen des urbanen Lebens sind Chinas Jungakademiker - und dies nicht nur aus Geldmangel - in der Regel unempfänglich. Gelegentlich streifen sie zum Vergnügen durch Shoppingcenter, Geburtstage und bestandene Examen feiern sie mit dem Besuch eines Restaurants oder einer Karaoke-Bar. Innenansichten von Museen, Theatern oder gar Kneipen und Diskotheken gehören zur Mangelware." Und Christiane Zintzen liest ostmitteleuropäische Lyrik.

Weitere Artikel: "Könnte es aber sein, dass die Geschichte die Figur des großen Diktators allmählich zurückdrängt?", fragt Martin Meyer im Feuilleton mit Bezug auf einen Essay von Ian Buruma, der in der New York Review of Books genau dies angekündigt hat. Mit einem gewissen Amüsement verfolgt Paul Jandl die jüngste Eskalation im Streit zwischen Robert Menasse und Burg-Diektor Klaus Bachler. "Die schönsten Schmeicheleien sind schon gefallen. Menasse nennt Bachler einen 'gottverdammten notorischen Lügner', der hält dem Schriftsteller 'exzessive Eitelkeit' vor und ihn selbst für 'durchgedreht'." Der Grund: Bachler will ein Stück von Menasse nicht aufführen. Peter Hagmann sendet Dietrich Fischer-Dieskau Glückwünsche zum Achtzigsten: "Stimmklang, Handwerk, Verkörperung - das hat zu einer Laufbahn geführt, wie sie sich glanzvoller kaum denken lässt."

Besprochen werden eine Schau der japanischen Fotografin Rinko Kawauchi in der Pariser Fondation Cartier, die Ausstellung "Deutsche Schriftsteller in Südfrankreich 1933 bis 1941" im Münchner Literaturarchiv Monacensia und Bücher, darunter Laszlo Krasznahorkais kurzer Roman "Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluss" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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TAZ, 28.05.2005

Im Themen-des-Tages-Dossier äußern sich sieben Frauen - von Uta Ranke-Heinemann bis Sonia Mikich - über Angela Merkel. Die Meinungen gehen, wie man sich denken kann, auseinander.

Die Kultur macht uns heute mit des Denkers und Schreibers Norbert Bolz' Gedanken zum Abschied von Rot-Grün bekannt: "Rot-Grün hat nicht nur durch spin doctors und Werbeagenturen zu einer raschen Amerikanisierung des Wahlkampfes beigetragen, sondern ein resolutes branding der Politik vollzogen. Der Spitzenpolitiker wurde zum Markenartikel. Was Soziologen impression management nennen, funktionierte bei Schröder und Fischer von Anfang an: die Macht stand ihnen gut. Ob auf internationalem Parkett oder in der Talkshow, ob bei Gottschalk oder Christiansen: Sie machten eine gute Figur." Und sonst: In der "kleinen Schillerkunde" geht es heute um die Xenien.

Besprochen werden Luc Percevals "großartige" Inszenierung von Marius von Mayenburgs Stück "Turista", die neue Platte und die Tournee der dänischen Mod-Band "The Movement" und Alex de la Iglesias Film "Ein perfektes Verbrechen".

In der taz zwei stellt Anne Seith die christlichen Aktivisten von "ProChrist" vor, die kein leichtes Leben haben: "Nicht jeder lässt sich mit Cola und einem putzigen Auto auch noch die Nachricht von der Auferstehung andrehen." Susanne Lang wundert sich über die politischen Zustände zwischen Lethargie und Parallelregierung. Auch Henning Kober zeigt sich in der Deutschland-Kolumne von seiner politischen Seite und beschimpft die Grünen als Verräter.

Im taz mag stellt Christina Kretschmer fest, dass die Zeiten der Groupies offensichtlich vorbei sind: "Im Gegensatz zu gewöhnlichen Fans gibt sich ein Groupie nicht damit zufrieden, die Musik des Bewunderten zu hören. Er sucht und findet gezielt Gelegenheiten, in möglichst engen Kontakt mit der von ihnen bewunderten Person oder Gruppe zu kommen. Doch die großen, die glamourösen Zeiten des Groupies scheinen vorbei zu sein."

Weitere Artikel: Nichts Gutes hat Michiel van Oosterhout aus Uganda zu berichten: Die First Lady setzt neuerdings auf Enthaltsamkeit als Maßnahme zur Aidsbekämpfung. Darüber, wie Männer mit Liebeskummer umgehen, klärt Martin Reichert auf. Abgedruckt wird eine Erzählung von Florian Werner mit dem Titel "Estoy Embarazada".

In einer Rundumbesprechung zum neuesten amerikanischen Roman kommen gleich fünf AutorInnen von Nick Flynn bis Stewart O'Nan jeweils eher kurz und knapp weg. Außerdem werden - an Belletristischem - William Boyds Roman "Eines Menschen Herz", Charles Simmons' nach vierzig Jahren bei uns erschienener Roman-Erstling "Geständnisse eines ungeübten Sünders", Ben Pastors Krimi "Kaputt Mundi" und - an Sachbüchern - Ulrich Deupmanns Aufforderung zum Kinderkriegen mit dem Titel "Die Macht der Kinder" sowie Barbara Drincks Studie über "Vätertheorien" besprochen. (Mehr dazu in der Bücherschau.)

Und Tom.

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Welt, 28.05.2005

"Das Müntefering ist die neue und vielleicht noch lange gültige Bezeichnung für das Auseinanderdriften von politischer Kultur und politischer Sprache auf der einen Seite und den Sach- und Tatbeständen, die unser Leben bestimmen, auf der anderen." Die Schuld tragen wir, bekennt Burkhard Spinnen in einer wütenden Bestandaufnahme der politischen Sprache in der Literarischen Welt. "Wir alle sind es, die das Müntefering zugelassen haben, weil wir uns nicht in diese schreckliche Bresche zwischen überkommener Politfolkore und rasender Gegenwart werfen und uns statt dessen jeden Sonntagabend beim 'Christiansen' über die Inkompetenz und die Sprachlosigkeit der Sachwalter mokieren."

Berthold Seewald rät den Künstlern im Feuilleton eindringlich zu mehr Abstand von der Politik. "Nicht nur in Frankreich, auch in Deutschland sind Intellektuelle und Künstler längst Kollaborateure der politischen Klasse, zwar nicht in der Wirklichkeit, aber in der Wahrnehmung vieler Wähler. Es ist nämlich etwas anderes, ob - wie einst unter Brandt - Günter Grass seine Sympathie mit dem Bundeskanzler bekundet, oder ob Rockmusiker sich Arm in Arm mit ihm in der Öffentlichkeit zeigen." Die Kunst leide unter der Aura der Macht. "Mit ihrer Unabhängigkeit verliert sie ihre Glaubwürdigkeit. Derart um den Sinn gebracht, werden ihre von der Regierung gehätschelten Vertreter leicht zu dem Sack, den man schlägt, wenn man doch den Esel meint."

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SZ, 28.05.2005

Über wachsende Standortvorteile für die europäische Kinoproduktion im internationalen Wettbewerb weiß Fritz Göttler zu berichten: "Die Konkurrenz ist heftig geworden unter den europäischen Studios, die Kinowelt rückt zusammen. Die Hollywood-Flucht beunruhigt seit langem die Branche in Amerika, die Kosten sind zu hoch dort, die Regeln der Gewerkschaften zu starr - lauter Argumente, die wir hier täglich zum Wirtschaftsstandort Deutschland lesen. Europas Kino dagegen wird offensiver, orientiert sich weltweit - das Geflecht von internationalen Koproduktionen ist inzwischen unüberschaubar."

Weitere Artikel: Dietrich Fischer-Dieskau spricht im Interview über seine Karriere und sein Metier: "Was die Erscheinung, die Ausstrahlung eines Sängers betrifft - da haben die jungen Leute oft gar keine Ahnung. Eigentlich hat man es, oder man hat es nicht. Beibringen kann ihnen das kaum jemand." Jens Malte Fischer resümiert die "Jahrhundertkarriere" des Sängers. Über den Stand der Dinge im Libanon vor den Parlamentswahlen informiert Moritz Behrendt. In seiner Dankesrede für den Candide-Preis des Literarischen Vereins Minden befindet der Schriftsteller Daniel Kehlmann: "Über Glauben muss gelacht werden können". Der ZKM-Chef Peter Weibel hat dann doch eher unerfüllbare Vorstellungen vom "perfekten Tag": "Ein geglückter Tag ist der, der mehr als 24 Stunden hat." Lothar Müller gratuliert dem Schriftsteller Andre Brink zum 70. Gemeldet wird, dass Claus Peymann einen etwas seltsamen Streit mit dem Berliner Rechnungshof führt.

Besprochen werden eine Choreografie des Thailänders Pichet Klunchun (atemberaubend) und eine von Anne Teresa De Keersmaeker (missglückt), die Ausstellung "Max Beckmann - Fernand Leger" in Köln, Benjamin Walthers Münchner Inszenierung von Sophokles' "Aias" und Kenny Glenaans Film "Yasmin".

Auf der Literaturseite informiert Wilhelm Trapp über BBC-Produktionen beim Hörverlag. Besprochen werden Roberto Juarroz' Gedichtband "Vertikale Poesie" und ein von Klaus Polkehn herausgegebener Band über "Reisen in das alte Palästina" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages).

Im Aufmacher der SZ am Wochenende hält der Politikwissenschaftler Tilo Schabert ein flammendes Plädoyer für Eliten. Als abschreckendes Beispiel von Elitenlosigkeit figuriert zur Abwechslung mal Amerika: "Doch was ist Amerikanern nun gemeinsam, von denen der eine sich ein buddhistisch-shintoistisch-taostisches 'Amerika' vorstellt, der zweite ein okkultes, der dritte ein mystisches, der vierte ein fundamentalistisch-religiöses? Aus dem wieder ein anderer geistig ausgewandert ist, während er doch in ihm lebt? Am Ende nicht mehr als die glatte Fläche eines perfekt förmlichen Umgangs."

Außerdem: Vorabgedruckt werden Texte aus dem stenografischen Nachlass von Elias Canetti. In der Stadtwanderungen-Reihe macht sich der Satiriker Bernd Eilert mit den "Vollidioten" seines Freundes und Kollegen Eckhard Henscheid auf den Weg durch Frankfurt am Main. Johannes Willms reicht ein gar nicht so "kleines Vademekum" zum Thema "Paris für Verliebte". In seiner regulären "Gott in Frankreich"-Kolumne geht es um das weitaus prosaischere Thema Kreisverkehr. Im Interview spricht der Filmemacher Klaus Lemke über "Geschichten" und auch seine Methoden: "Aber das Lemke-Vampir-System geht seit vielen Jahren so: Du saugst mich aus, ich sauge dich aus."

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FR, 28.05.2005

Christian Thomas lässt keinen Zweifel daran, dass ihm die neue Münchner Allianz-Arena gefällt. Zu Superlativen neigt er hinwiederum nicht: "Ob das Stadion, allemal eine Attraktion, auch das 'schönste Fußballstadion der Welt ist', wie der ehemalige Fußballstratege und heutige Fußballvermarkter Günter Netzer gesagt hat, darf man bezweifeln. Man darf vermuten, dass ein solcher Superlativ in der Heldengesellschaft des Fußballs ziemlich stark auf die Fernsehstubenhockerexistenz des Fußballendverbrauchers rechnet und nicht auf die Mobilität von Fußballfans, die sich allein in Europa zwischen Manchester über Cardiff, von Amsterdam über Bari bis Istanbul tummeln."

Weitere Artikel: Bei einem mit Joschka Fischer, Jorge Semprun, Rafael Chirbes und anderen hochkarätig besetzten Treffen im Berliner Instituto Cervantes zur "Kultur des Erinnerns" hat Thomas Medicus nicht so richtig viel gelernt. Hans-Klaus Jungheinrich gratuliert Dietrich Fischer-Dieskau zum 80. Geburtstag. In times mager ist Harry Nutt angesichts von Angela Merkels Ankündigung, sich auch für die Kulturpolitik einzusetzen, eher blümerant zumute. Der Liedbegleiter Dietmar Loeffler spricht im Interview über singende Schauspieler.

Besprochen werden Zach Braffs Independent-Film "Garden State", die Linzer Ausstellung "Just do it!" und ein deutsch-polnisches Jazzfest in der Frankfurter Alten Oper.

Im Magazin - das ePaper bekommt leider nicht jedem Browser gut - gibt es ein Interview mit dem wunderbaren Funny van Dannen und einen Streckenbericht von Europas höchster Achterbahn.

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FAZ, 28.05.2005

In den französischen Magazinen ging es in den letzten Wochen hoch her. Wie Jürg Altwegg in seiner Auswertung zusammenfasst, geißelt etwa Paul Thibaud die Zurückhaltung seiner intellektuellen Kollegen: "'Dieses relative Schweigen hat damit zu tun, dass die politische Debatte lange auf die Revolution fixiert war. Sie wurde zum universellen Modell und Gradmesser der Geschichte. Frankreich bleibt ein interessantes Land, steht aber nicht mehr im Mittelpunkt - und das tut weh.' Das Nein vermittelt seinen Anhängern das Gefühl, noch einmal die historische Avantgarde zu verkörpern. Für Peter Sloterdijk ist es Ausdruck eines 'Spiels, das wir nicht mehr spielen'. Er hält die Franzosen für die 'letzten Hitzköpfe der Geschichte'. Ihr anachronistisches Nein, erklärt Sloterdijk 'gehört zum historischen Drama, zur Schlacht'. Regis Debray bestätigt seine Einschätzung: 'Europa wurde aus dem Geist des Friedens geboren, und deshalb funktioniert es nicht: Ein vereintes Europa kann nur aus dem Krieg entstehen.'"

Weiteres: Im Aufmacher gratuliert Eleonore Büning dem großen Dietrich Fischer-Dieskau zum Achtzigsten. Edo Reents gratuliert John Fogerty, einst Frontmann von Creedence Clearwater Revival, zum Sechzigsten. Tobias Döring gratuliert dem südafrikanischen Schrifststeller Andre Brink zum Siebzigsten. In der Randglosse bemerkt "apl", dass sich selbst atheischste Politiker auf dem Kirchentag tummeln. In seiner Kolumne "Geschmackssache" fragt Jürgen Dollase, ob sich italienische Pasta-Gerichte wirklich auf zwei-Sterne-Niveau steigern lassen: "Ist das Geniale an solcher Einfachheit am Ende ein ganz einfacher Trick?"

In der Serie "Hundert Jahre Deutschland" ist heute das Gespräch von Frank Schirrmacher und Stefan Aust mit Angela Merkel zu lesen. Es geht um ihre Jugend in der DDR, den Fall der Mauer und den Sozialismus in der Bundesrepublik.

Auf den Seiten der einstigen Tiefdruckbeilage porträtiert Gerhard Rohde den Komponisten Henri Dutilleux, der sich gegen Avantgarde und serielle Musik wie gegen jedes andere "tyrannische System" verwahrt habe. Ulf von Rauchhaupt versucht zu ergründen, welches Phänomen eigentlich dem Schlagwort der Wissensgesellschaft zugrunde liegt.

Auf der Medienseite berichtet Thomas Scheen, wie ein Gericht in Johannesburg den Druck der Wochenzeitung Mail and Guardian stoppte, weil diese einen Bericht über fragwürdige Geldzahlungen an den ANC bringen wollte. Nina Rehfeld meldet, dass das Time-Magazine in der Affäre um die enttarnte CIA-Mitarbeiterin Valerie Plame und den Informantenschutz jetzt den Obersten Gerichtshof anrufen will.

Besprochen werden Zach Braffs Debütfilm "Garden State", die Uraufführung von Fredrik Zellers Oper "Zaubern" in Schwetzingen, eine Ausstellung des kauzigen Malers Canaletto im römischen Palazzo Giustiniani, eine Edition von fünfzig Jahren Chormusik in Deutschland, Betty Davis' gesammelte Werke "This is it!" und Bücher, darunter Rainer Werner Fassbinders Gedichte "Im Land des Apfelbaums" und T.C. Boyles Roman "Dr. Sex" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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NZZ | TAZ | Welt | SZ | FR | FAZ

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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