Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

16.09.2003. In der SZ begrüßt Per Olov Enquist die schwedische Entscheidung gegen den Euro. Auch die FAZ hätte eine Entscheidung für den Euro peinlich gefunden. Die FR ärgert sich über die Verwässerung des Konzepts zur RAF-Ausstellung in Berlin. In der taz warnt Micha Brumlik vor falscher Gelassenheit bei Angriffen auf Juden.

Süddeutsche Zeitung, 16.09.2003

Ziemlich zufrieden zeigt sich im Interview der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist mit der Entscheidung seiner Landsleute gegen den Euro. "Ich finde das bewundernswert: diese Sachlichkeit, diese Entschlossenheit, sich auch in einem Augenblick großer emotionaler Belastung auf die Kernfrage zu konzentrieren: Sollen wir in Schweden den Euro einführen oder nicht." Seine eigene Ablehnung des Euros erklärt Enquist so: "Immer wieder wurde von der 'Ja-Seite' behauptet, Schweden würde, wenn das Land sich gegen den Euro entschiede, zurückbleiben, es dürfe nicht rückwärtsgewandt leben, es müsse sich vom Ländlichen und Traditionellen lösen. Diese Besserwisserei, dieses Reden von oben hat die Wähler sehr empört. So kam es zu einer heftigen Gegenreaktion, die aus der Entscheidung über den Euro auch eine Klassenfrage machte - die Elite gegen das Volk."

 
Weiteres: Das "Spiel mit der Wahrheit" beherrscht derzeit jede Debatte in Amerika, weiß Andrian Kreye zu berichten. "Ein gutes Dutzend Bücher liberaler Autoren soll die konservativen Festungen in den Bestsellerlisten schleifen." Ebenfalls im Interview spricht Matthias Hartmann, ab 2005 Intendant des Züricher Schauspielhauses, über das Wetter in Zürich und den Kampf gegen den eigenen Ehrgeiz. Andrian Kreye berichtet über die Eröffnung des dritten Saals in der New Yorker Carnegie Hall. Burkhard Müller setzt seine Italienischlektionen mit "Il Ponticello" fort. Sehen Sie bitte selbst, was das heißt.

Einigermaßen klaustrophobisch - ein Eindruck der vielleicht einfach einer kompletten Übersättigung geschuldet ist - wirkt die "Teddy-Kolumne" (ein aufrichtiges Sorry an Autor  "vbr"). Berichtet wird außerdem über das drohende Aus für etliche Berliner Chöre und Orchester. Und in der "Zwischenzheit" schwärmt Joachim Kaiser von Schuberts C-Dur-Streichquintett. Und Fritz Göttler informiert über die Furore, die die Nominierung von Stephen King für den diesjährigen National Book Award auslöste.

Besprochen werden Peter Aderholds "Luther" als Eröffnungsinszenierung für das Erfurter Opernhaus, George Taboris Inszenierung von Lessings "Die Juden" im Berliner Ensemble, eine Aufführung der "Drei Schwestern" am Deutschen Schauspielhaus, Tom Schreibers Film "Die Narren" und zwei Ausstellungen: eine "Würdigung" der Berliner Imbissbuden in der Domäne Dahlem und eine kleine Ausstellung für "Meret Oppenheim zum 90sten" im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, und Jürgen Berger kommentiert Christoph Schlingensiefs "Church of Fear"-Perfomance als "sozialplastilines Aktionstheater" (selbst wenn es nicht stimmte: tolles Bild!) .

Buchrezensionen lesen wir von einer Lebensbeschreibung des franziskanischen Philosophen und Theologen Wilhelm von Ockham, einer Studie über das "rationalisierte Schreiben" in der amerikanischen Shortstorie, vom aktuellen Gutenbergjahrbuch und einer Analyse zum Thema Faust und Musik (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2003

Barbara Villiger Heilig berichtet vom Theaterfestival Orestiadi di Gibellina, das wie immer an sehr authentischem Ort stattfindet: "Jedenfalls wirkt der Ort ziemlich ausgestorben - Gogols 'Tote Seelen' lassen grüßen. Als betoniertes Denkmal für den mafiageplagten, von der Korruption im Bausektor nachhaltig beeinträchtigten Süden Italiens steht neben der Chiesa Madre mit Kugelkuppel und Monumentaltreppe (doch aus irgendeinem Grund kann dieses Gotteshaus nicht benützt werden) das unfertige Theater - eine ewige Baustelle."


Weitere Artikel: George Waser war in der Leonardo-Ausstellung "The Divine and the Grotesque" in der Londoner Queen's Gallery, Roman Bucheli zeigt sich hingerissen von Raphael Urweiders "sinnlichen, betörenden" Gedichten "Das Gegenteil von Fleisch". Außerdem besprochen werden eine Monografie des Architekten Eero Saarinen und Anna Mitgutschs Roman "Familienfest" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 16.09.2003

Bis zur buchstäblichen Fragwürdigkeit entschärft, respektive verwässert sieht Thomas Medicus die Neukonzeption der umstrittenen RAF-Ausstellung der Berliner Kunstwerke. "Vom Tisch ist mit der Neukonzeption jedenfalls eine wissenschaftlich fundierte Dokumentation des RAF-Terrorismus, die im ursprünglichen Antrag noch enthalten war. Dazu heißt es jetzt mit beleidigtem Unterton, die Aussteller könnten nicht leisten, 'was Jahrzehnte an historischer, publizistischer, soziologischer und anderer wissenschaftlicher Arbeit nicht geleistet haben: Ein abschließendes, abgerundetes Bild über einen Zeitabschnitt der bundesrepublikanischen Geschichte zu liefern'. Warum eine Ausstellung dies nicht leisten können soll, ist unklar."


In der Reihe neu- und/oder wiederinterpretierter Adorno-Sätze arbeitet sich heute Jürgen Roth an dem - sehr schweren! - Diktum "kein richtiges Leben im falschen" ab. Um einen veritablen "Oberamtmann" - jawohl, so was gibt's auch in New York - geht es in der Kolumne von Marcia Pally. Georg-Friedrich Kuhn berichtet von den Eröffnungsfeierlichkeiten des Opernhauses Erfurt. Gunnar Lützow graust sich vor neuen, ostentativen Automobilmoden im Ostberliner Straßenkampf, und Matthias Tetzlaff lässt seine Ostkindheit heute per alkoholgestützter Klassenfahrt Revue passieren.

Besprochen werden Lars-Ole Walburgs Inszenierung des "Faust" in Basel, "Dantons Tod" in Hannover, eine Ausstellung über den deutsch-deutschen Alltag in der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst und die neue CD der Beginner aus Hamburg (eigentlich Eimsbush, wir wissen).

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Die Tageszeitung, 16.09.2003

Auf der Meinungsseite warnt Micha Brumlik vor falscher "Gelassenheit" bei Angriffen auf Juden. "Im radikalislamistischen Terror äußert sich von Indonesien über Marokko und Frankreich bis nach Israel ein mörderisches Weltbild, das davon ausgeht, dass alle Juden Zionisten sind, alle Zionisten aber Imperialisten, Kolonialisten und Rassisten - alle Juden mehr oder minder wie die Nazis sind. Schließlich kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Anschlag auf das WTC ein - mindestens auch - judenfeindlich motiviertes Verbrechen gewesen ist. Leider hat die seitens der hiesigen Parteigänger von George W. Bush losgetretene Debatte über 'Antiamerikanismus' diesen spezifisch antisemitischen Kern des radikalen Islamismus verdrängt."


Auf der Medienseite resümiert Thomas Seifert noch einmal das Spannungsverhältnis zwischen "embedded journalists" und unabhängigen Berichterstattern im Irakkrieg - die es auch auf irakischer Seite gegeben habe. Susanne Messmer wird nicht warm mit dem neuen Berliner Bücherramschladen Jokers.

Besprochen werden die Ausstellung "Ex Oriente - Isaak und der weiße Elefant" in Aachen, die eine "Reise durch drei Kulturen in der Zeit um 800" unternimmt, eine Inszenierung von "Faust" des neuen Schauspieldirektors Lars-Ole Walburg an der Basler Elisabethenkirche, das Gastspiel von Christoph Schlingensief mit seiner "Church of Fear" in Frankfurt, und Bücher, darunter der fantastische Roman "Kys" über die postsowjetische Gesellschaft von Tatjana Tolstaja, Stephan Sareks unterhaltsamer Kleinstadtactionroman "Das Hanfkraftwerk", zwei Studien zur germanischen Mythologie, die Politbiografie von Heide Simonis, eine Studie über den EU-Beitritt osteuropäischer Staaten und eine Untersuchung der Polizeireform nach 1945 in Hamburg (siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr).

Und hier TOM.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2003

Dirk Schümer, offensichtlich ein Eurogegner (ganz klar wird uns das aus seinem Artikel nicht), begrüßt die Entscheidung der Schweden gegen die Gemeinschaftswährung: "Es wäre peinlich gewesen, hätte die bemitleidenswerte Außenministerin Lindh mit ihrem Tod ihr Land in die Euro-Zone gehievt."


Weitere Artikel: Andreas Rossmann prangert in der Leitglosse eine blind-date-Aktion, mit der die Kölner Oper um Publikum wirbt, als Anbiederung an. Martin Kämpchen stellt einen von Arundhati Roy zu Beginn ihrer Karriere gedrehten Kurzfilm vor, dessen Drehbuch jetzt veröffentlicht wurde. Jordan Mejias schreibt über die Eröffnung eines dritten Konzertsaals in der Carnegie Hall, der "Zankel Hall", die jahrelang als Kino diente und nach dem Umbau wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt wurde. Felicitas von Lovenberg stellt den neuen Feuilletonroman der FAZ vor, ein Benimmbuch des äthiopischen Prinzen Asfa-Wossen Asserate mit dem simplen Titel "Manieren" (welche Haile Selassies Dynastie, aus der der Prinz stammt, bekanntlich nur beim eigenen Volk vermissen ließ). Christian Geyer wird bei dem Gedanken, dass "sich fünf lange Tage lang einhundertzwanzig katholische Moraltheologen und Sozialethiker in Berlin zu einer Fachkonferenz versammeln", melancholisch.

Karol Sauerland schildert den Fall des polnischen Historikers und ehemaligen Regimegegners Ryszard Terlecki, dessen Vater, wie sich jetzt herausstellte, jahrzehntelang als IM für die polnische Stasi diente und auch Emigranten wie Gustaw Herling aushorchte. Oliver Jungen hat einer Konferenz beigewohnt, welche "Solarenergie für Afrika" einforderte. Andreas Rossmann stellt das Programm des vierzigsten Bonner Beethovenfests vor. Falk Jaeger nimmt das neue Wismarer Technologiezentrum nach Plänen der Architekten Jean Nouvel und Hagen Ziebell in Augenschein. Stephan Sahm tut einen Blick in bioethische Zeitschriften.

Auf der Bücher-und-Themen-Seite unternimmt Ulrich Holbein anlässlich einer Neuübersetzung einen gelehrten Streifzug durch die Übertragungen der Gedichte des persischen Dichters Dschalaladdin Rumi: "Zutraulich in Evidenzen schwelgend, trunken von liebesdurstig hochgeschaukelter Unvergänglichkeit, sah Sufi Rumi die Seele als importierten Elefanten, der von Indien träumt, als heimwehverzehrten Papageien in einem Käfig für Torkelnde, die Welt als Brunnenschacht, sich darin als Eimer, der im Tod hinaufgezogen wird ans Licht. So avancierte Rumi, seliger Ankunft hinterm Vorhang entgegenatmend, zu einem der sieben persischen Goethes, um allerdings nur brockenweise im deutschen Sprachraum einzutröpfeln..." Jürg Altwegg stellt auf der selben Seite Politikerbücher aus Frankreich vor: eins vom gut aussehenden Bildungsminister Luc Ferry, uninteressant und auf Staatskosten gedruckt, und ein substanzielleres von Ferrys weniger hübschen ministre delegue Xavier Darcos, dessen Erscheinen verhindert wurde - und das jetzt auf der Homepage von Le Monde als rtf-Dokument in Auszügen zu lesen ist.

Auf der letzten Seite erzählt Oliver Tolmein, "wie die Schweizer Justiz bei organisierter Beihilfe zur Selbsttötung ermittelt". Joseph Croitoru beschreibt die Umgestaltung der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Und Manfred Lindinger porträtiert den Physiker Joachim Treusch, der sich um die Popularisierung seiner Wissenschaft selbst in Kindergärten verdient macht.

Auf der Medienseite meditiert Alexander Kosenina anlässlich einer presserechtlichen Beschwerde gegen den Stern, der die Geschichte um den "Kannibalen von Rotenburg" detailsüchtig darbot, über Skandalgeschichten in Geschichte und Gegenwart. Christoph Albrecht resümiert eine Bonner Tagung über die Themensetzung in Medien. Und Kerstin Holm schildert die sterile Atmosphäre russischer Fernsehnachrichten nach der vom Westen mit Gleichmut hingenommenen Gleichschaltung der Medien des Landes.

Besprochen wird Lars-Ole Walburgs Basler Inszenierung des "Faust I".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Spiele zuerst einmal drei Akkorde

24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen

Darling flüstert die Amsel

23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen

Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes

22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen  bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen

In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb

21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Das nenne ich totalitär

18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen

Tagtäglich dem Leser zugemutet

17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen

Ist Gott jetzt zufrieden?

16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen

Samples der Oberflächenwelt

15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen

Filzhaltige Kunstzeichen

14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen

Es zeichnet sich der Morgenstern ab

13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen

Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht

11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen

Was öffentlich ist und was nicht

10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen

Hegemoniale Metaerzählung

08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen.  Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen  bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen

So sehr haben die Chefs Angst

07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen

Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung

06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald  zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen

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