Bücherschau der Woche
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- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
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- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
17.09.2003. In der SZ unterstellt Alexander Kluge uns Menschen eine natürliche Affinität zur Schatzsuche. Die taz begeht die Kathedrale Automobil. Die NZZ sorgt sich um die Oberflächlichkeit des deutschen Feuilletons. In der FAZ setzt Eli Pollak Hoffnungen in die Demokratisierung der arabischen Welt.
Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 17.09.2003
"Menschen haben keine kreatürliche Fähigkeit zur Tugend, zur Arbeit, zur Wahrheit, zur Disziplin, auch nicht zu den Verstandeskräften, aber sie haben eine natürliche Affinität zur Glückssuche, zur Schatzsuche. Wenn wir unsere emotionalen Fähigkeiten unnötig sentimentalisieren, ist das ein Züchtungsprojekt, dann wird das theatralisch", sagt Alexander Kluge in einem Gespräch mit Willi Winkler über seinen neuen Essayband "Die Lücke, die der Teufel lässt".
Mit der Gentechnik sieht Thomas Steinfeld die einst doch so fröhlich verabschiedeten Utopien zurückkehren, "stolz, dumm und frech wie eh und je". Zu den Gassenhauern der Kulturkritik gehört der Gedanke, eine jede Utopie verrate weniger über die Zukunft als über die Umstände ihrer Entstehung. Wenn das aber so ist, und es spricht viel dafür, dann scheint ein großer Teil der deutschen Öffentlichkeit von der Abschaffung des Verstandes zu träumen: Nicht nur, weil der neueste Biologismus in seinem publizistischen Furor den Darwinismus von der Kultur befreit, sondern vor allem, weil es im Glauben an die Radikalbiologie der Fortpflanzung keine Distanz mehr geben soll und keine Dialektik, keinen Widerspruch und keine Reflexion.
Martin Z. Schröder erzählt von einer Lesung, die Feridun Zaimoglu in der JVA Tegel gehalten hat. Der Ton war nicht unfreundlich, nur ein wenig rauer, versichert Schröder: Als Zaimoglu erklärte, dass jedes Buch ein "Angebot" sei, kommt es zurück: "Wieso soll ick da wat suchen drinne, ist doch dein Buch!". Volker Breidecker wirbt für die Zusammenstellung klassischer russischer Texte, die der Fischer-Verlag zur Buchmesse herausgeben will. Burkhard Müller warnt vor allerlei Monstrositäten im Tyrrhenischen Meer. "mea" berichtet erfreut wie Tariq Ali den Münchner Anglistentag aufpeppte.
Besprochen werden Lars-Ole Walburgs "Faust"-Inszenierung in der Basler Elisabethenkirche, John McTiernans Thriller "Basic", die Pintscher-Tournee der Jungen Deutschen Philharmonie, die Ausstellung "In den Schluchten des Balkan" im Kasseler Fridericianum und zwei Annäherungen an "Alexandria".
Und CDs, darunter Thomas Brauns Disco-Underground-Kompilation "The Soul of Disco", Jay Farrars "No Depression"-CD "Terroir Blues", Prince' neues Instrumental-Album "N.E.W.S.", die postmoderne Zusammenstellung "Haha Sound".
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Frankfurter Rundschau, 17.09.2003
Der Vertrag von Ugo Perone, erfolgreicher Leiter des italienischen Kulturinstituts in Berlin, soll nach dem Willen der italienischen Regierung nicht verlängert werden. Das hat Methode, meint Thomas Medici: Schon seit Jahren versuche die Regierung Berlusconis, nicht genehme Kulturinstitutsleiter im Ausland loszuwerden. "Die Gängelung der die italienische Kultur im Ausland repräsentierenden Einrichtungen zeugt angesichts der EU-Präsidentschaft Italiens von besonderer Indolenz. Dass das Ausland gewisse italienische Vorgänge im Zweifelsfall auch als innereuropäische begreift, ist dem Putin-Freund Berlusconi bislang noch egal. Der neue Mann, der Ugo Perone ersetzen soll, ein in der Forza Italia aktiver Triestiner Philosophiedozent, steht für seinen Sprung nach Berlin schon bereit."
Weitere Artikel: Petra Kohse bewundert die Fülle des Internationalen Literaturfestivals in Berlin. Ernst Piper erinnert an die Reichsvertretung der Juden. Und in der Reihe "Adornos Sätze" widmet sich Norbert Bolz der Metapher "Fun ist ein Stahlbad".
Besprochen werden eine Ausstellung im Stadthaus Ulm zur legendären Hochschule für Gestaltung, Jan Bosses Inszenierung der "Drei Schwestern" im Hamburger Schauspielhaus und Uwe Timms Buch "Am Beispiel meines Bruders" (Leseprobe).
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Die Tageszeitung, 17.09.2003
Dirk Knipphals ist über die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt geschlendert, hat Chassisformen und Stoßdämpferkonstruktionen bestaunt und auch noch einmal nachgeschlagen, was Roland Barthes in den "Mythen des Alltags" so alles zur Kathedrale Automobil geschrieben hat: "Wer an Trends glaubt, könnte auf dem Frankfurter Messegelände meinen, dass es derzeit eine unübersehbare Fülle davon gäbe. Einen Trend zu Familienwagen und zu Sportwagen, zu immer größeren und zu immer kleineren Wagen, zu bunten Spaßautos und zu dicken Erhabenheitskarossen, zu alltagstauglichen Geländewagen und zu geländetauglichen Alltagswagen - es ist wirklich nicht zu fassen. Das Angebot, so viel wird einem auch als Laien klar, differenziert sich immer verzweigter aus; von der einen Kathedrale, die das Volk eint, kann keine Rede mehr sein, ein jeder parkt seinen kleinen Hausaltar beziehungsweise seine ausgewachsene Hauskapelle (VW Phaeton, Audi A8, Mercedes S-Klasse o. ä.) in der Garage."
Weiteres: Gestern stellte Fritz J. Raddatz seine Erinnerungen "Unruhestifter" in Berlin vor, und Susanne Messmer will dabei vor allem einen "wie von Neid zerfressenen" Lobredner Frank Schirrmacher erlebt haben. Tobias Rapp lebt anscheinend nicht mehr in New York und weiß deshalb auch nicht so recht, wie die Stimmung da gerade ist. Besprochen wird die große Ilja-Repin-Schau in der Alten Nationalgalerie Berlin.
Und hier TOM.
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Neue Zürcher Zeitung, 17.09.2003
Joachim Güntner macht sich Sorgen um die zunehmende Oberflächlichkeit des Feuilletons, die ihm beim Programm der Tagung der deutschen Feuilletonisten am Wochenende in Halle (mehr hier) eindeutig zu kurz kommt: "Der vor laufender Kamera in Journalistenbeschimpfung ausbrechende Fußball-Nationaltrainer Völler - das sind Stoffe so recht nach dem Geschmack des neuen deutschen Feuilletons. Und wenn die Süddeutsche Zeitung Rudi Völler zum freien Gebrauch fäkalsprachlicher Kraftworte ermuntert oder die Welt findet, die Düsseldorfer Polizisten, die Immendorffs Orgie unterbrachen, hätten 'einen großen Künstler bei der Arbeit gestört', dann verrät dies einiges über den Charakter jener 'intellektuellen Öffentlichkeit', deren angeblich drohendes Verschwinden die Hallenser Tagung beschäftigen soll."
Aldo Keel kommentiert wehmütig die Folgen der Ermordung Anna Lindhs in Schwedens: Sie "setzt Emotionen frei, weil das Verbrechen als Angriff auf jeden Einzelnen und auf die Gesellschaft empfunden wurde. Das verdrängte Palme-Trauma wurde reaktiviert, die Menschen suchten, von den Medien getragen, das Gemeinschaftserlebnis. Gerade in Krisen hält man an hergebrachten Werten fest, was die deutliche Ablehnung des Euro zeigt, die zugleich ein Bekenntnis, insbesondere der Frauen, zum Wohlfahrtsstaat ist."
Weitere Artikel: Georg-Friedrich Kühn spaziert am Eröffnungsabend begeistert durch das neue Erfurter Opernhaus und bespricht nebenbei noch kurz das Eröffnungsprogramm. Anlässlich des 100. Geburtstags von Adorno beschreibt Ernst Kux die Bedeutung Zürichs für die Frankfurter Schule.
Besprochen werden die Biografie "Leben der Johanna Schopenhauer" von der Publizistin Carola Stern, Inger Christensens Weltgedicht "det/das", eine Bildgeschichte zur Modefotografie der jüngsten Zeit, Julian Kornhausers Roman "Zuhause, Traum und Kinderspiele", Norbert Scheuers Roman "Flussabwärts" und Barbara Vines Roman "Königliche Krankheit" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2003
Der israelische Chemiker Eli Pollak zweifelt in einem Essay über den "Weg zum Frieden im Nahen Osten" einige Thesen der Linken des Landes an: An eine Befriedung durch Trennung der Bevölkerungen mag er nicht glauben. Die einzige zaghafte Hoffnung setzt er in eine allmähliche Demokratisierung der arabischen Nachbarländer, denn die Ursache für deren Feindschaft liegt für ihn "im diktatorischen Charakter der arabischen Welt. Auf ihn allein gehen die gewaltigen arabischen Militärausgaben zurück. Er zwingt diese Länder, künstlich einen falschen äußeren Feind zu fabrizieren: Israel. Der Kreislauf der Gewalt lässt sich durchbrechen, wenn die eigentliche Ursache beseitigt wird. In Demokratien besitzen die nationalen Interessen gewöhnlich die größte Bedeutung. Wenn diese Interessen sagen, dass Frieden besser als Krieg ist, dann wird man Friedensverträge abschließen und durchsetzen. Ein demokratischer Staat investiert nicht in den Militärapparat, nur um einen Krieg zu führen, der nicht der eigene ist."
Weitere Artikel: Oliver Tolmein berichtet über eine Initiative für aktive Sterbehilfe des Schweizer Politikers Dick Marty, der sie im Europarat zu Debatte stellt. Paul Ingendaay fragt, was mit den spanischen "Gefrierfachwaisen" geschehen soll, etwa 200.000 Embryos, die aus künstlichen Befruchtungen übrig blieben und um die sich jetzt eine Gesetzesinitiative bemüht. Heinrich Wefing berichtet über eine Verzögerung der kalifornischen Wahlen - ihr Termin wird wegen der vermaledeiten unzuverlässigen Stimmzählmaschinen, mit denen sich jetzt die Richter beschäftigen, auf März verlegt. Gerd Roellecke hat in Speyer eine Tagung von Patentverwertern besucht. Thomas Wagner gratuliert Gilbert und George zum Sechzigsten. Patrick Bahners schreibt zum Tod des Historikers Stephan Skalweit. Rüdiger Klein stellt das Haus Zimmer in Eichstätt vor, das der Architekt Roger Karbe für den Archäologen Gerhard Zimmer entwarf. Kerstin Holm besucht ein Museum für Kunst und Geschichte in der russischen Stadt Saraisk.
Auf der letzten Seite wird die Eröffnungsrede des Berliner Literaturfestivals von Shashi Tharoor abgedruckt- sie befasst sich mit Literatur und Globalisierung. Joachim Kalka schreibt ein kleines Profil über Stephen King, der einen Ehrenpreis beim bei der Verleihung des amerikanischen National Book Awards erhielt. Und Lorenz Jäger bedauert, dass die Ausstellung zum "Mythos RAF" in den Berliner Kunst-Werken nurmehr in einer "entkernten Version" gezeigt werden wird.
Auf der Medienseite erzählt die Jürg Altwegg die Geschichte einer journalistischen Fälschung, die den Sonntags-Blick in Bedrängnis bringt. Der Journalist Lorenz Wolfers hat einen neigenen Text als Essay des Erfolgsautors David Margolick ausgegeben.
Besprochen wird Michael Winterbottoms Film "In this World".
Archiv: Heute in den Feuilletons
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen








