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Leda Forgo: Der Körper meines Bruders

Ausgewählte Leseproben.
27.08.2007. Budapest in den fünfziger Jahren ist die Kulisse für "Der Körper meines Bruders". Es ist der erste Roman der in Ungarn geborenen Autorin Leda Forgo. Hier ein Auszug, ausgewählt
Leda Forgo: Der Körper meines Bruders
Roman

Atrium-Verlag, Zürich 2007
336 Seiten, gebunden, Euro 19,90

Erscheint am 1. September 2007

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Informationen zum Atrium-Verlag

Zum Buch: Eine Novembernacht im Jahre 1953 in einem Budapester Krankenhaus. Eine Frau liegt bewusstlos im Kreißsaal. Beim ersten Erwachen erfährt sie, dass sie Zwillinge geboren hat. Beim zweiten Erwachen stellt sie fest: Sie will keine Mutter sein. Fortan sorgt der Vater liebevoll für die Kinder. Den Volksaufstand 1956 erleben die dreijährige Borka und ihr Zwillingsbruder Palko als ein Fest: Ihr Vater wirft sie freudig in die Luft, die Erwachsenen um sie herum lachen und feiern, es ist eine hoffnungsvolle Zeit. Doch in den Straßen herrscht Krieg. Ein Querschläger trifft Palko und tötet ihn. Der Vater kann den Verlust nicht verwinden. Die Mutter bleibt mit der Tochter allein. Borka bleibt allein mit der Sehnsucht nach dem Vater und dem Bruder, von dem sie seit ihrer Geburt noch keine Minute getrennt gewesen war. Die Mutter tut alles, um die Toten zu vergessen, und bemüht sich, ihren Diensteifer dem Staat gegenüber zu beweisen. Borka jedoch versucht verzweifelt, auch die Rolle ihres Bruders einzunehmen, damit die Erinnerung an ihn nicht verblasst. Mit 15 Jahren schließlich muss sie erfahren, dass sich alles im Leben wiederholt, wenn auch auf andere Weise ... Der Roman entwirft ein literarisches Panorama von außergewöhnlicher Intensität, mit eindrucksvollen Charakteren. Vor der pittoresken Kulisse Budapests werden die politischen Ereignisse zur Folie für den Mikrokosmos einzelner Menschen im großen Gefüge einer dramatischen Zeit.


Zur Autorin: Leda Forgo, 1973 in Ungarn geboren, wuchs in Budapest auf. 1994 zog sie nach Stuttgart, studierte Geschichte und anschließend Figurentheater. Später studierte sie "Szenisches Schreiben" an der Universität der Künste in Berlin. Ihr Stück "Onkel Gol und die Wespen" wurde im Jahr 2000 im Rahmen der Göttinger Dramatikerwerkstatt unter der Regie von John von Düffel aufgeführt. Für die Novelle "Wie im schlechten Film" erhielt sie ein Stipendium des Berliner Senats. "Der Körper meines Bruders" ist ihr erster Roman. Leda Forgo lebt mit ihren drei Kindern in Berlin.
(Foto: Courtesy Atrium-Verlag)

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