Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Aus dem Archiv
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Meldungen

Perlentaucher taucht. FAZ und SZ gehen unter

24.11.2006. Der Perlentaucher taucht weiter. FAZ und SZ gehen unter. Ihre Klage gegen die Perlentaucher-Resümees ihrer Buchkritiken wurde vom Landgericht Frankfurt in allen Punkten abgewiesen. Es gab zahlreiche Reaktionen in den Medien. Eine kleine Presseschau.
Wie wir bereits gestern meldeten, sind die Klagen der FAZ und der SZ gegen den Perlentaucher vom Landgericht Frankfurt abgewiesen worden. Das Gericht wollte weder die urheberrechtlichen noch die wettbewerbs- und markenrechtlichen Argumente der Klägerinnen anerkennen. Die Urteile (hier das Urteil gegen die FAZ als pdf auf den Seiten des Landgerichts Frankfurt) ist noch nicht rechtskräftig.

Die Urteile haben zahlreiche Reaktionen in den Medien ausgelöst. Hier eine kleine Presseschau mit den aktuellsten Stimmen zuerst.

Irmgard Berner begrüßt das Urteil in der Berliner Zeitung. "Was der Perlentaucher mit den Rezensionen aus FAZ und SZ anstellt, ist eine geistige Eigenleistung, keine Kopie. Und die Zeitungen sollten sich freuen, dass ihre Rezensionen auf diese Weise mehr Aufmerksamkeit finden. Ein Schaden ist nicht zu erkennen, weder für die Zeitungen, noch für deren freie Autoren: denn neben den Perlentaucher-Notizen kauft buecher.de auch die Original-Rezensionen."

Auch heise online brachte eine Meldung zum Urteil, die von den Lesern fleißig kommentiert wird.

"Perlentaucher darf FAZ- und SZ-Auszüge kommerziell verwerten", meldete zunächst dpa - ein nicht zutreffender Begriff, den die Agentur später korrigerte, denn der Perlentaucher verbreitet keine Auszüge von Artikeln, sondern Resümees in eigenen Worten von Buchkritiken der großen Zeitungen - neben SZ und FAZ auch NZZ, Zeit, taz und FR. Auch die Richter betonen im Urteil, dass diese Resümees oder Rezensionsnotizen "eigengestaltet" seien und nicht gegen das Urheberrecht verstoßen.

In der Zeit online wertet Götz Hamann den Sieg des Perlentauchers vor Gericht als "wiederholten Beleg für die Trägheit der traditionellen Medien im Internet. Auf die Idee, dass ein Leser neben seiner Lieblingszeitung vielleicht ein 'Best-of' nutzen würde und sich daraus sogar ein neues Geschäft machen ließe, sind sie offenbar nicht früh genug selbst gekommen."

Die Welt analysiert die Klippen des Urheberrechts im Internet. "Entscheidendes Kriterium dafür, ob diese Notizen zulässig sind, ist die Frage, ob der zusammenfassende Text das Original ersetzt oder nicht. Ersetzt er es nicht, sind die Veröffentlichung und auch der Weiterverkauf legitim."

Im Deutschlandfunk bezeichnete Burkhard Müller-Ullrich den Perlentaucher als das "wichtigste, was im deutschen Feuilleton seit zehn Jahren passiert ist. Wer den Perlentaucher nicht liest, interessiert sich nicht für Kultur oder hat keinen Internetanschluss."

Laut Tagesspiegel prüft der Süddeutsche Verlag, ob er in Berufung gehen soll.

Die Complete Review, ein Perlentaucher-ähnliches Weblog, schreibt: "The first judgement has now come down in favour of Perlentaucher."

Das Weblog Sehpferds sinnige Seiten schreibt: "Der Vorgang wirft viel Licht auf das Gebaren der deutschen Presse und zeigt deutlich, dass man einer deutschen Untugend verfallen ist: der Arroganz - denn sehr viele Presseerzeugnisse, unter ihnen eben auch die FAZ, haben den Anschluss zur journalistischen Realität des 21. Jahrhunderts längst verloren - und versuchen nun offenbar, auf dem Prozesswege verlorenen Boden gut zu machen."

Und der Leser yomo kommentiert auf den Seiten des Wiener Standard: "die begründung trifft's m.E.: perlentaucher hält mich nicht davon ab, die originalrezension zu lesen, sondern meistens stolpere ich über eine notiz auf perlentaucher und lese dann das original."

Die FAZ überschreibt ihre Meldung mit dem Titel "Urheber ohne Rechte" - als gehe es hier um die Niederlage eines Zeilenknechts gegen einen Medienkonzern. Auch die SZ bringt eine Meldung, in der sie fälschlich behauptet, der Perlentaucher verbreite "Auszüge" ihrer Buchrezensionen.

David Hudson schreibt in seinem Filmweblog Greencine: "A brief note to close this entry. To the Süddeutsche Zeitung and the Frankfurter Allgemeine Zeitung. If you're going to be that backasswardly stupid as to go to court to try to put a stop to free PR and branding, just shut down your new media departments. So what if Perlentaucher earns a euro or two promoting you at their expense and not yours? Just get off the web right now and save yourselves the time, trouble and money. You never got it, you still don't and you never will. Get off. And good luck with your paper papers."

Archiv: Meldungen

20151234567891011122013123456789101112201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112

Archiv: Meldungen

Nobel für Swetlana Alexijewitsch

08.10.2015. Die Schwedische Akademie hat gesprochen: Der Nobelpreis für Literatur 2015 geht an Swetlana Alexijewitsch.
Mehr lesen

Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2013

11.09.2013. Gerade frisch reingekommen: eine Meldung über die sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2013. Hier die Shortlist
Mehr lesen

Leipziger Buchpreis - die Nominierten

07.02.2013. Die Leipziger Buchmesse gibt die Kandidaten für den Preis der Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzungen bekannt. Mehr lesen

Friedensnobelpreis für die EU

12.10.2012. Der Friedensnobelpreis 2012 geht an das sanfte Monster Brüssel.
Mehr lesen

Mo Yan gewinnt den Nobelpreis für Literatur

11.10.2012. Der Nobelpreis für Literatur wurde dem chinesischen Schriftsteller Mo Yan verliehen, der "mit halluzinatorischem Realismus Volkssagen, Geschichte und die Gegenwart verbindet", wie es in der Begründung heißt. Mehr lesen

Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis ist da

12.09.2012. Der Börsenverein veröffentlicht die Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Suhrkamp ist jedenfalls schon mal Gewinner.
Mehr lesen

Nobelpreis für Tomas Tranströmer

06.10.2011. Der Literaturnobelpreis geht an den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer, verkündete das Nobelpreiskomitee. Aktualisiert
Mehr lesen

Nobelpreis für Mario Vargas Llosa

07.10.2010. Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an den peruanischen Autor Mario Vargas Llosa. Mehr lesen

Preis der Leipziger Buchmesse für Georg Klein

18.03.2010. Nein, nicht Helene Hegemann bekommt den Preis der Leipziger Buchmesse, sondern Georg Klein für seinen "Roman unserer Kindheit". Wir gratulieren dem Autor! Und für den Leser gibt es hier eine Leseprobe.
Mehr lesen

Kathrin Schmidt gewinnt den Deutschen Buchpreis 2009

12.10.2009. Kathrin Schmidts Roman "Du stirbst nicht" hat den Deutschen Buchpreis gewonnen. Der Roman über eine Frau, die einen Schlaganfall erlitten hat und langsam ihre Autonomie zurückgewinnt, hat die Kritiker aller großen Zeitungen beeindruckt: Wie schafft es ein hilflos sabberndes Wesen zurück zum Ich? Nicht ohne Humor, so die Kritik.
Mehr lesen

Pina Bausch ist tot

30.06.2009. Die Choreografin erlag einem Krebsleiden, das erst vor fünf Tagen diagnostiziert wurde. Mehr lesen

Nobelpreis für Le Clezio

09.10.2008. Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an den Franzosen Jean-Marie Gustave Le Clezio. Mehr lesen

Islam in Europa - Das Buch zur Debatte

01.11.2007. Fundamentalismus der Aufklärung oder Rassismus der Antirassisten? Die Perlentaucher- und signandsight.com-Debatte über Islam in Europa gibt's jetzt auch als Buch. Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Timothy Garton Ash, Ian Buruma, Necla Kelek und der Berliner Rede von Ayaan Hirsi Ali. Mehr lesen

Nobelpreis für Doris Lessing

11.10.2007. Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an die britische Schriftstellerin Doris Lessing. Mehr lesen

Helga Trüpel: Gott ist nicht die Mitte

20.09.2007. Kardinal Meisner spricht von der Menschheit, als ob es nur die christliche Menschheit geben würde - darum ist seine Kölner Rede so vormodern. Mehr lesen