Yi Munyol

Dem Kaiser!

Roman
Cover: Dem Kaiser!
Wallstein Verlag, Göttingen 2009
ISBN 9783835303621
Gebunden, 447 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Koreanischen von Mo Seoyoung und Frieder Stappenbeck. Mit spielerischem Ernst umkreist Yi Munyol Fragen von Wahrheit und Erkenntnis, von Täuschung und Lüge, von Ideologie, Verblendung und Geschichte. Dabei entfaltet er ein großes historisches Panorama vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts, in dem Japan und die westlichen Großmächte auf der koreanischen Halbinsel miteinander stritten, über die Periode der japanischen Kolonialherrschaft und die des Koreakriegs bis hin in die neunzehnhundertsiebziger Jahre, die sowohl durch wirtschaftlichen Aufschwung als auch von der Militärdiktatur geprägt waren. Aber das historische Gewand ist kein Selbstzweck. Verhandelt wird zutiefst Heutiges. Diktatur, Sozialismus, Kommunismus, Demokratie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2009

Ulrich Baron ist sehr angetan von diesem Roman, dem er eine völkerverständigende Wirkung zutraut. Funktionstüchtig ist der "Brückenschlag" zwischen koreanischer und europäischer Kultur laut Rezensent, weil Yi Munyol die uralte Geschichte seines Landes sowie konfuzianische und taoistische Traditionen mit den Mitteln der Satire und der Ironie behandelt, die uns gut vertraut sind. Der kaiserliche Held erinnert Baron an Don Quijote und Candide. Und wenn die Erzählung zwischen hoher Chronistenpflicht und kritischer Gegendarstellung changiert, weiß Baron, dass es hier auch um die Relativierung von Geschichte und Realität geht. Koreanische Kultur erschließt ihm das Buch auf so "vergnügliche wie anspruchsvolle" Weise. Das ist Weltliteratur, findet Baron.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2009

Steffen Gnam hat die Mühe der Lektüre dieses an Referenzen an die ostasiatische Geisteswelt reichen Historienromans auf sich genommen, um zu einem "empfehlenswerten" desillusionierenden Blick auf die koreanische Teilung zu gelangen. Die Biografie einer schelmenhaften Kaiserfigur, anhand derer Yi Munyol koreanische Geschichte erzählt, erinnert Gnam an Don Quijote. Überhaupt lässt er sich vom Autor mit allerhand Eulenspiegeleien charmant zum "Zaungast der Geschichte" machen und sich den Absolutheitsanspruch der Religionen und Ideologien ad absurdum führen. Davon dass dem Band und dem Leser die ein oder andere zusätzliche Fußnote gut getan hätte, bleibt Gnam allerdings überzeugt.
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