Yasushi Inoue

Der Tod des Teemeisters

Roman
Cover: Der Tod des Teemeisters
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783518419014
Gebunden, 176 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Yasushi Inoues historischer Roman führt uns ins Japan des ausgehenden 16., beginnenden 17. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der Shogune und der Samurai. Der geheimnisumwitterte Tod des berühmten Teemeisters Sen no Riky-u (1522 - 1591), des Begründers der japanischen Teezeremonie, gibt bis heute Anlaß zu Spekulationen. Als Meister Riky-u im Alter von 69 Jahren als offizieller Teemeister auf dem Höhepunkt seines Ruhms steht, begeht er Selbstmord. Den Befehl dazu erhielt er von dem Kriegsherrn Hideyoshi, in dessen Diensten er stand.Weigerte sich Sen no Riky-u, seine der Einfachheit verpflichtete Kunst als politisches Machtinstrument mißbrauchen zu lassen? Oder sollte mit dem Tod des Teemeisters die höchste Stufe der Vollendung der Teezeremonie erreicht werden?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.07.2007

Großartig, wie unzugänglich dieses Buch ist, jubelt Susanne Messmer. Auch nachdem ein Schüler des Teemeisters Rikyu über Jahre hinweg versucht hat, die Umstände für dessen Selbstmord 1591 herauszufinden, leuchtet der Rezensentin nicht ein, wie man denn ein Leben lang lernen kann, richtig Tee zu kochen. Aber gerade dieses "kulturelle Befremden" macht den Roman und auch den Autor zu etwas Besonderem für Messmer, im Gegensatz zu den eher global kompatiblen Kollegen Haruki Murakami und Banana Yoshimoto. Und so kommt es, dass der Rezensentin die tiefsten Gründe der Teezeremonie zwar über die letzte Seite hinaus verwehrt bleiben, sie aber viel über die "rigide Isolation des Einzelnen" erfahren hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.06.2007

Irritiert fühlt sich Burkhard Müller bei der Lektüre Yasushi Inoues: "Der Tod des Teemeisters". Titelgebend ist der rätselhafte Tod des japanischen Teemeisters Rikyu um 1600. Im Mittelpunkt des Buches, das zum Befremden des Rezensenten vom Verlag als Roman bezeichnet wird, steht jedoch die japanische Teezeremonie selbst. Die Abläufe und Regeln dieser Zeremonie werden nach Müller weder im Text, noch im angefügten Glossar deutlich. Die Irritation und das Unverständnis, das der Rezensent beim Lesen von Inoues' Text empfindet, überträgt sich auf die Rezension. So stellt Müller allgemeine Betrachtungen zur Begegnung westlicher Kultur mit der Kultur des Zen an und beschreibt die Möglichkeit einer Annäherung beider, die in einer "schweigenden Duldung" bestehe. Ganz in diesem Sinne lobt Müller auch die Klarheit der Übersetzung Ursula Gräfes, weil sie erst gar nicht versuche, die Distanz, in der dieser Text zum Leser stehe, zu verringern.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2007

Steffen Gnam bezeichnet diesen erstmals auf Deutsch erscheinenden Roman des "Reduktionskünstlers" Yasushi Inoue griffig als "Kammerspiel um Tee und Tod". Die um 1600 in Japan angesiedelte Geschichte des Teemeisters Sen no Rikyu, in der Gnam auch einen Abgesang auf politische und kulturelle Traditionen Japans erkennt, findet er in ihrer Realität und Fiktion vermengenden Art zwar "nicht ganz unproblematisch". Für bemerkenswert hält er aber, was der Text unter der Oberfläche zu bieten hat: "Ästhetik und Radikalität". Topoi, die der Autor laut Gnam sprachintensiv und suggestiv, vergleichbar einem Haiku, in Szene setzt, so dass sich der Rezensent bei einer Teezeremonie wähnt, herausgerissen nur durch den kontrapunktischen Wechsel zwischen Zenbuddhismus und historischem Kampfgeschehen während der japanischen Landeseinigung. Das bisschen Melodramatik des Romans steckt Gnam locker weg, zumal schließlich "Erzählstränge und Bewusstseinswege", Samurai und Teetrinker vereint sind. Ein Nachwort mit historischen Hinweisen hat Gnam allerdings vermisst.
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