Klappentext
"Es ist aus mit Kar Kauz. Mit 35 Jahren steht die Protagonistin vor den Trümmern ihrer Beziehung zu dem gefeierten Autor, der ihren Kinderwunsch jahrelang ignorierte. Auf Tinder versucht sie, sich Ablenkung zu verschaffen. Doch mit dem hedonistischen Schauspieler Andi schlittert sie direkt in die nächste Katastrophe. Der hat nicht nur schon Zwillinge, sondern auch eine Ex, die eines Morgens überraschend im Schlafzimmer steht. Die Sehnsucht nach einem Kind steigert sich in eine alles verzehrende Obsession. Als die Beziehung zu Andi scheitert, ihr Roman nicht so einschlägt wie erhofft, und auch weitere Dates nicht zielführend sind, fasst sie einen drastischen Entschluss: Jetzt erfüllt sie sich ihren größten Wunsch einfach selbst. Auch, wenn das bedeutet, zur Täterin zu werden.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 16.05.2026
Als erstes fällt Kritikerin Katharina Teutsch das Cover von Yade Yasemin Önders neuem Roman auf: Man sieht ein blutendes Gespenst, das auf der Inhaltsebene von Männern verkörpert wird, die die Protagonistin datet und die ziemlich gruselig sind, sich als Feministen geben, aber eigentlich doch sexuelle Großwildjäger sind. Auch die Erfahrungen der Vergangenheit geistern durch ihr Leben, gewalttätige Eltern, Erfolge als Autorin, die sie jetzt nicht mehr einholen kann oder ein unerfüllter Kinderwunsch. Teutsch liest in Önders Schilderungen immer wieder auch von einem Paar, das ihr aus Leif Randts "Allegro Pastell" bekannt vorkommt, eine "bittere Millieusatire" zum Thema Männer, Kulturbetrieb und Feminismus. Gerne hätte die Rezensentin noch mehr zu den anderen Themen erfahren, aber der Roman bleibt ein wenig stecken in der Dating-Geisterbahn.
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