Herausgegeben und mit einem Nachwort von Hilbig-Biograf Michael Opitz. Mit Faksimiles der Originalhandschriften. "Sphinx" versammelt drei bislang unbekannte Prosatexte und ein Gedicht des großen Autors Wolfgang Hilbig. In der titelgebenden, 1983 entstandenen Erzählung ergreift der namenlose Ich-Erzähler Besitz vom Leben seines Schriftstellerfreundes. Er wird zu seinem Schatten, die Erzählung driftet ins Surreal-Phantastische. Beide könne n sich ihres Ichs nicht mehr sicher sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2019
Für Rezensent Andreas Platthaus ist das Buch mit unveröffentlichten Texte von Wolfgang Hilbig eine Sensation. Schön findet er, dass der Band in einem kleinen Leipziger Verlag erscheint, quasi ein Geschenk an den Autor. Die Texte, kleine Fragmente, aber auch eine größere Erzählung aus DDR-Tagen, die dem Rezensenten mit ihrer Spaltungsthematik und der kafkaesken Atmosphäre als prototypisch für Hilbig erscheint, sorgen laut Platthaus für selten intensive Lektüreerlebnisse. Ein kluges Nachwort des Hilbig-Biografen Michael Opitz rundet den Band ab, erklärt Platthaus, der Hilbigs kompromisslosen Stil weiterhin für entdeckenswert hält.
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