Wolf Erlbruch

Ente, Tod und Tulpe

(Ab 7 Jahre)
Cover: Ente, Tod und Tulpe
Antje Kunstmann Verlag, München 2007
ISBN 9783888974618
Gebunden, 31 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Irgendwann stellt jedes Kind die Frage nach dem Tod. Ganz unbefangen. Alle Eltern wissen das und haben selten eine unbefangene Antwort parat. So selbstverständlich der Tod im Leben ist, so selbstverständlich gehört er ins Kinderbuch. In Wolf Erlbruchs Ente, Tod und Tulpe ist der Tod ein leichtfüßiger Begleiter, schon immer da, man merkts nur nicht: Schon länger hatte die Ente so ein Gefühl. "Wer bist du und was schleichst du hinter mir her?" "Schön, dass du mich endlich bemerkst", sagte der Tod. "Ich bin der Tod." Die Ente erschrak. Das konnte man ihr nicht übel nehmen. "Und jetzt kommst du mich holen?" "Ich bin schon in deiner Nähe, so lange du lebst nur für den Fall." "Für den Fall?" fragte die Ente. "Na, falls dir etwas zustößt. Ein schlimmer Schnupfen, ein Unfall, man weiß nie."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007

Wolf Erlbruch gelinge es, ein Buch über den Tod zu schreiben und dabei von der "Wärme des Lebens" zu sprechen, notiert Silke Schnettler bewegt. Eine sterbende Ente kann sich vor ihrem Abgang mit dem Tod anfreunden, der durch seine karierte Kittelschürze auch gar nicht mehr bedrohlich wirkt. Und trotz dieser optimistischen Grundstimmung und den "hellen, matten Naturfarben" beschönige Erlbruch nichts. Die Ente sei am Schluss einfach nicht mehr da. Diese Ehrlichkeit rechnet Schnettler dem Autor hoch an, der reduzierte Stil mit "knappen, genau gesetzten" Worten und den auf das Wichtige konzentrierten Bildern rundet den überaus guten Eindruck ab.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2007

Verwundert, verstört gar hat dieses Buch Benedikt Erenz zurückgelassen, ein Buch über den Tod. Wolf Erlbruch hat es für Kinder geschrieben, doch nach Meinungen des Rezensenten hätte es auch in der Rubrik Philosophie eingeordnet werden können. Was macht Erlbruch? Auf 32 Seiten zeichnet er, "zart und reduziert", so Erenz, eine "Meditation" über den Tod, der in seinem karierten Kleidchen kommt, die Ente abzuholen. Die beiden fliehen sich, umkreisen sich, nähern sich, und dieser Totentanz finde statt in einer ganz "seltsamen Zwischenwelt aus Etwas und Nichts", staunt Erenz, der schließlich all seine Irritation und Ergriffenheit so fasst: "Ein Nichts von einem Buch um Nichts. Verwegen, lautlos, geisterhaft, meisterhaft. Und unendlich tröstlich."