William Gibson

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Roman
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Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2008
ISBN 9783608937695
Gebunden, 448 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Amrikanischen von Stefanie Schaeffler. Hollis, eine ehemalige Kultbandsängerin, Tito, der sich von Santeria-Göttern leiten lässt, der undurchsichtige Brown und seine Geisel Milgrim, der autistische Technologiefreak Bobby, ein skrupelloser Werbemogul und der mysteriöse "Alte" als Strippenzieher im Hintergrund - jeder verfolgt jeden, jeder überwacht jeden. Doch alle wollen in Wirklichkeit nur eines: einen Frachtcontainer mit hundert Millionen Dollar, der mit unbekanntem Ziel über die Meere schippert. Es ist wie ein Spuk.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008

William Gibson, bis jetzt als Science-Fiction-Romancier bekannt, befindet sich in seinem neuen Roman auf der Höhe der Zeit, was das elektronische Equipment angeht, stellt Tobias Heyl interessiert fest. Begleitet man zu Anfang des Buches noch die hippe und mit Apple-Notebook und Motorola-Mobiltelefon bestens ausgestattete Hollis, die, wie sie glaubt, für ein entstehendes Magazin zur digitalen Kunst recherchieren soll, entwickelt sich die Geschichte zu einer rasanten Jagd dreier Parteien nach einem ganz bodenständigen verschwundenen Container, der 100 Millionen Dollar enthalten soll. Seit dem Anschlag auf das World-Trade-Center sind Verschwörungstheorien beliebt, Gibsons Plot aber wird auch "fortgeschrittene Paranoiker" erfreuen, da ist sich der Rezensent sicher. Und bei aller Einbindung ins digitale Netz und aller "Technologiebegeisterung", durch die immer wieder auch die Sehnsucht nach "Transzendenz" schimmert, ist auch "Quellcode" noch ein guter, alter, gedruckter Roman, stellt Heyl gar nicht unglücklich fest.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2008

Oliver Jungen zweifelt nicht daran, dass William Gibsons neuer Roman die Fans begeistern wird. Er selbst allerdings ist sich nicht sicher, ob er es hier nur mit einem gähnende Langeweile hervorrufenden Abarbeiten eines gigantischen Zettelkastens zu tun hat oder doch mit einer Einladung zu einer irgendwie neuen Perspektive, in der eben kein stringentes Geschehen, keine Idealfiguren regieren, sondern "Avatare von Avataren aus Klischees und Diskursabfällen". Jungen tendiert dazu, ersteres anzunehmen. Zu oberflächlich erscheinen ihm die Charaktere, zu umständlich der Stil, zu "idiotisch" die Handlung (vorgeführt wird das Amerika des 21. Jahrhunderts im W-Lan-Fieber oder so ähnlich) samt "zeitkritischem Überbiss". Das bisschen an Überraschung und "funkelnder Reflexion" im Text, legt Jungen nahe, erinnert kaum an den prophetischen Schöpfer von "Neuromancer".
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