Jacob Grimm, Wilhelm Grimm

Deutsches Wörterbuch - der digitale Grimm

2 CD-ROMs
Zweitausendeins Verlag, Frankfurtam Main 2004
ISBN 9783861506287
CD-ROM, 49,90 EUR

Klappentext

2 CD-Roms. Für die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften herausgegeben und bearbeitet von Hans-Werner Bartz, Thomas Burch, Ruth Christmann, Kurt Gärtner, Vera Hildebrandt, Thomas Schares und Klaudia Wegge. Dass wir das Deutsche Wörterbuch haben, kommt einem Wunder gleich. Seinen Ursprung verdanken wir der Arbeitslosigkeit zweier Gelehrter: Die Göttinger Professoren Jacob und Wilhelm Grimm waren gerade von ihrem Brotherrn entlassen worden, weil sie zusammen mit fünf Kollegen gegen den Verfassungsbruch des neuen Königs von Hannover protestiert hatten, als sie sich an ein Angebot der Verleger Reimer und Hirzel erinnerten, das sie zunächst abgelehnt hatten: endlich ein umfassendes, großes deutsches Wörterbuch zu erarbeiten. Es sollte den Bestand der deutschen Sprache von Luther bis Goethe darstellen und gleichzeitig mehr sein als nur ein Wortarchiv für Fachgelehrte: Unsere Sprache ist auch unsere Geschichte, bemerkte Jacob Grimm, der wie sein Bruder davon träumte, ihre Wortgeschichten könnten einmal ähnlich wie die Sagen und Märchen zum hausbedarf zählen, aus denen im Familienkreis mit verlangen, oft mit andacht vorgelesen würde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.09.2004

Für ein digitales Buch ist die Ausstattung richtig großzügig, findet Nikolai Vogel: ein Leinenschuber mit den beiden CDS, einem Benutzerhandbuch und einer hübsch gestalteten Begleitbroschüre. Die digitale Version des Grimmschen Wörterbuchs, dessen 300 Millionen Zeichen von chinesischen Datentypistinnen aufgenommen wurden, besitzt einige Vorteile gegenüber der gedruckten Version, meint Vogel: sie nimmt weit weniger Platz im Bücherregal ein, sie lässt sich weit besser lesen als eine Dünndruck-Ausgabe mit kleiner Schrifttype und sie verfügt über Suchkriterien und Links, die das normale Lexikonformat nicht bietet. Besonders begeistert Vogel die Möglichkeit der rückläufigen Sortierung der Stichwörter: "ein Geschenk für Dichter und Silbenforscher", schreibt er, aber auch Trunkierung, Varianten- und Nachbarschaftssuche seien möglich. Vogel vermisst allerdings innerhalb der langen Vorworte zu den einzelnen Bänden eine Suchfunktion, da sei eine Verbesserung der Software noch wünschenswert. Die Arbeit am "Digitalen Grimm" gehe ohnehin weiter, berichtet der Rezensent, die Herausgeber kündigten Up-Dates und eine Ergänzung um die seit den 60er Jahren erfolgte Neubearbeitung der Buchstaben A - F in Aussicht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2004

Vor 150 Jahren erschien die Erstausgabe des Deutschen Wörterbuches von Jacob und Wilhelm Grimm. Jetzt haben Geisteswissenschaftler und Informatiker der Universität Trier das "größte Sprachinventar der Welt" - immerhin versammelt das Wörterbuch in 33 Bänden den neuhochdeutschen Wortschatz seit dem 15. Jahrhundert - auf CD-ROM gebracht. Oder vielmehr wurde diese Danaidenarbeit von Chinesen erledigt, wie der mit "Rh" zeichnende Rezensent mitteilt: "Sie schrieben in zwei parallel arbeitenden Gruppen Hunderttausende Stichwörter und die Belegquellen ab". Gegenüber der Internetausgabe habe die CD-ROM-Fassung des "Grimm" den Vorteil, dass die Suche nach den Autoren der verschiedenen Belegtexte für die Stichwörter leicht möglich sei. Die Herausgeber von der Universität Trier und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hätten "auf ein adäquates Äußeres der elektronischen Ausgabe geachtet". Das benutzerfreundliche Handbuch sei "in grünes Leinen gebunden", der hellgrüne Schuber habe "einen Hintergrund mit den legendären Spalten". In einem entscheidenden Punkt allerdings weiche die digitale Ausgabe - "zum Glück" - von der Druckausgabe ab: sie halte sich nicht an die von den Grimms gepflegte konsequente Kleinschreibung.
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