Es ist eine andere Ruhrgebietsgeschichte, die hier vorgelegt wird. Aus dem großen Kuchen der Ereignisse wurden lediglich die Rosinen herausgepickt. Von Urzeiten bis heute werden Menschen vorgestellt, die Bedeutsames geleistet haben - aber auch solche, deren Fußabdruck in der Geschichte nur schemenhaft wahrzunehmen ist. Die Menschen des Reviers sind die einzigen, die ihre Heimat liebevoll als "Pott" bezeichnen, also als einen Topf, in dem sich im Laufe der Jahrhunderte alle möglichen Spezies gesammelt haben. "Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen?", formuliert Dichterfürst Schiller, als wenn er damit das Ruhrgebiet gemeint hätte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2025
Rezensent Andreas Rossmann langweilt sich nicht mir Werner Bergmanns Buch über den Ruhrpott. Der Mediävist bietet aber auch viel Anekdotisches und hechtet mitunter von einem Jahrhundert zum nächsten, erzählt einmal von prähistorischen Funden und im nächsten Schritt von den Römern. Rossmann kann dennoch gut folgen und schätzt die augenzwinkernde Art des recht sprunghaften, selektiv vorgehenden Autors, seine Abwege und Short cuts. Fußball darf nicht fehlen, das Büdchen und ein Namensvorschlag für die Region: Dreistromland. Warum eigentlich nicht, meint Rossmann.
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