Mit fünf Kalligrafien des Autors. Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. Tanka, diese älteste Gedichtform Japans, bannt den Augenblick zu einem lyrischen Schnappschuss des Lebens. Ursprung des Haiku, schließen sich auch beim Tanka Spontanität und tiefe Allgemeingültigkeit nicht aus, wie die vorliegende Auswahl eindrücklich beweist: Sie folgt in über 250 Fünfzeilern dem japanischen Tanka-Großmeister Wakayama Bokusui, zeugt von dessen intensiven Naturbegegnungen, von gelingender und vergehender Liebe und tiefen seelischen Krisen. Radikal subjektiv, doch angenehm unpathetisch im Ton, lassen seine 100 Jahre alten Gedichte einen modernen Zeitgenossen erkennen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2018
Das Tanka, erklärt Rezensent Nico Bleutge, ist die große Schwester des Haiku. Es besteht aus fünf Versen mit einem Silbenschema von 5-7-5-7-7. Ein großer Meister dieser Gattung war Wakayama Bokusui, und Bleutge stellt ihn als einen Dichter vor, der mit seiner Lyrik alle Sinne ansprach: Er lässt Mückenspiralen sehen und Wildentenschwärme hören. Der Rezensent bewundert dies sehr, und sehr berührt ist er auch von einem Dichterleben im frühen zwanzigsten Jahrhundert, das, von Armut und Alkohol geprägt, Bokusui mit seiner kleiner Familie auf steter Wanderschaft verbrachte.
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