Virginia E. Wolff

Fest dran glauben

(Ab 12 Jahre)
Cover: Fest dran glauben
Carl Hanser Verlag, München 2003
ISBN 9783446203044
Gebunden, 248 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Birgit Kollmann Das Leben mit 15? Verrückt, verwirrend und trotzdem zum Verlieben! LaVaughn traut ihren Augen nicht: Jody, ihr Freund aus Kindertagen, ist wieder da und sieht verdammt gut aus. Bei allem, was LaVaughn gerade um die Ohren hat, hat die Liebe noch gefehlt: Ihre beiden besten Freundinnen wenden sich von ihr ab, ihre Mom hat einen neuen Freund und auf die Schule soll sie sich auch noch konzentrieren ...Mit 15 hat man es wirklich nicht leicht!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2003

"Eigenartige Glückskinder bevölkern derzeit die Mädchenliteratur", wundert sich Rezensentin Christina Thurner. Die 15-jährige La Vaughn werde in Virginia Euwer Wolffs Fortsetzung des Buchs "Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus" wieder mit schmerzhaften Zurückweisungen konfrontiert. Viel Phantasie und Mut ist nötig, um sich in der Unsicherheit einer Welt ohne Halt zu behaupten, meint Thurner, doch die im Slum aufgewachsene La Vaughn meistere diese Herausforderungen ohne Probleme und sei sogar noch glücklich mit ihrem in den Augen der Rezensentin eher trost- und perspektivlosen Leben. Für Thurner ein Indiz dafür, dass die Ideen des Postfeminismus immer mehr literarisch verarbeitet werden. Die Abkehr von fixen Rollen und der Rückgriff auf flexible Identitäten ist laut Rezensentin für La Vaughn die einzige Möglichkeit zu überleben. Diese Erkenntnis wird durch die nüchterne, fast lakonische Sprache der Autorin noch unterstützt, lobt Thurner diesen eindringlichen Roman.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.03.2003

Gabriela Wenke liest "ein poetisches Stück Literatur" über die 16-jährige Ich-Erzählerin LaVaughn. LaVaughns "Hoffnung ist stark wie ein Zehnkämpfer", aber auch nötig um das Leben in einem Slum zu meistern. Vor allem die "rhythmische Prosa", mache aus der bedrückenden Milieustudie eine besonders "erfrischende" Erzählung, so die Rezensentin. Sie ist sich sogar sicher, dass ein HipHopper das Buch auch rappen könnte. Die Heldin findet ihre Chance im College. Hier hofft sie, dem "Kreislauf aus Armut, Drogen, Gewalt, Bildungsdefiziten und Arbeitslosigkeit" zu entrinnen. Wenke ist überzeugt, dass den Lesern während der Lektüre klar wird, dass LaVaughn eine Ausnahme ist und der "überwältigenden Mehrheit" der Slumkinder diese Möglichkeit nie gegeben sein wird. Wolffs Buch ist keine "triviale" Geschichte, sondern Poesie, und die Leser werden von dem vielschichtigen Charakter der Heldin und ihrer " rhythmischen Sprache" schnell gefesselt sein, davon ist die Rezensentin überzeugt.
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