Aus dem Englischen von pociao und Roberto de Hollanda. Amerigo Jones liebt seine Eltern Rutherford und Viola, die selbst noch Teenager sind, als er zur Welt kommt, und er ist ein großer Träumer. Doch viele seiner Träume werden ein Leben lang unerfüllt bleiben, nicht wegen seiner Person, sondern wegen seiner Hautfarbe. "Amerigo Jones" ist die Geschichte einer Kindheit und Jugend im Kansas City der 1920er- und 1930er-Jahre, das einerseits als Zentrum des Jazz von einer lebendigen Musikszene, andererseits von Rassentrennung geprägt war. Im Mittelpunkt stehen Amerigos Schilderungen der urbanen Welt, in der er selbst seinen Weg finden muss.
Rezensentin Sigrid Brinkmann ist froh, dass der Schweizer Limmat Verlag sich entschlossen hat, dem Werk des afroamerikanischen Autors Vincent O. Carter endlich zu der ihm gebührenden Aufmerksamkeit zu verhelfen: Sein Roman "Amerigo Jones" widmet sich dem Leben des Protagonisten Amerigo Jones, der im schwarzen Ghetto von Kansas City als Kind zwei sehr junger Eltern aufwächst und in dieser Zeit tatsächlich glücklich ist. Erst im Laufe seines Aufwachsens erkennt er, was das Schwarzsein für ihn bedeutet, welche Unterschiede es in der amerikanischen Gesellschaft gibt. Der Roman besticht die Rezensentin "durch Präzision und erzählerische Dichte". Für sie ist Carter ein Autor, der sich nicht im Schatten James Baldwins zu verstecken braucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.07.2024
Toll, dass dieses Buch nun auch auf Deutsch vorliegt, freut sich Rezensentin Petra Pluwatsch. Tatsächlich war, lesen wir, auch die Originalausgabe des Romans Vincent O. Carters erst postum erschienen. Carter erzählt darin, führt Pluwatsch aus, von seiner eigenen Lebensgeschichte inspiriert, über einen schwarzen Jungen, der in einer Stadt in den amerikanischen Südstaaten aufwächst. Bitterarm ist die Familie des Erzählers, heißt es weiter, seine Eltern hoffen, dass er es leichter im Leben haben wird als sie selbst. Besonders gefällt der Rezensentin an dem Buch, wie anschaulich die Lebenswelt des Jungen beschrieben wird, bis hin zu einzelnen Sinneseindrücken: Vogelgezwitscher, güldenes Sonnenlicht und so weiter. Auch der Übersetzer Roberto de Hollanda hat hervorragende Arbeit geleistet, schließt die ausnehmend positive Besprechung.
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