Viktor Martinowitsch

Das Gute siegt

Roman
Cover: Das Gute siegt
Voland und Quist Verlag, Dresden und Leipzig 2025
ISBN 9783863914554
Kartoniert, 368 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Belarusischen von Thomas Weller. Minsk, Sommer 2020: Während auf den Straßen Massenproteste gegen Lukaschenkos Regime toben, beginnt Matwej im Theater die Proben zu einem Stück über den Inquisitionsprozess gegen Jeanne d'Arc. Als plötzlich seine ehemalige Lehrerin inhaftiert wird und ihr Kater Heidegger zu verhungern droht, erklärt Matwej sich bereit, Heidegger zu retten. Dabei stolpert er unverschuldet zwischen die Fronten von Protestierenden und Staatsmacht. Unterwegs begegnet er der menschgewordenen Revolution in Form der Punk-Poetin Lady Di. Ihr Mittel des Widerstands? Worte. Ein bewegender Roman über die Kraft der Sprache und den Versuch, im Angesicht der Unterdrückung Mensch zu bleiben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.01.2026

Mit seinem neuen Buch hat Viktor Martinowitsch einen der großen Romane über Belarus nach der gescheiterten Revolution geschrieben, hält der überzeugte Rezensent Jens Uthoff fest. Martinowitsch lebt nach wie vor in Belarus, so Uthoff, weiß also, worüber er schreibt, wenn er von der Absurdität spricht, der man sich selbst angleichen muss, will man sie verstehen. In der Geschichte um ein Theaterensemble, das ein an Jeanne-d'Arc angelehntes Stück probt, nimmt der Protagonist Matwej zunächst eine Beobachterrolle ein, lesen wir. Das Stück werde aber ziemlich bald von der Zensur vom Spielplan gestrichen, die Schauspieler, unter ihnen Matwej, revoltieren. Der Kritiker freut sich über den "abgründigen Humor", mit dem Martinowitsch nicht nur Lukaschenko vorführt, sondern auch die EU für ihr Nichthandeln anklagt. Und über einen verrückten Kater mit Namen Heidegger, der sinnbildlich für die vielen Bezüge steht, die der Autor aufmacht, resümiert er. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2026

Rezensent Cornelius Wüllenkemper lernt mit Viktor Martinowitschs Roman, wie effektiv der alltägliche Widerstand unter einem Regime wie in Belarus sein kann. Es geht um einen schreibenden Schauspieler, der über den Staatsterror, das Spitzelwesen, die Repressionen und die Propaganda in Belarus berichtet, aber auch über Kritik und Widerstand. Der Autor scheut dabei laut Rezensent keine "Realreferenzen", obwohl er selbst mit Sanktionen rechnen muss. Die Einblicke in die Machenschaften des Regimes und ihre Folgen, die der Roman bietet, findet Wüllenkemper aufschlussreich.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.11.2025

Ein tolles, ergreifendes Buch über die Oppositionsbewegung im Belarus des Jahres 2020 hat Viktor Martinowitsch laut Rezensent Ulrich Rüdenauer geschrieben. Die Hauptfigur mit Namen Matjew ist ein naiver Idealist, erfahren wir, außerdem arbeitet er als Schauspieler und hat mit einer "Jeanne d'Arc"-Aufführung zu tun, die verklausuliert von den politischen Verhältnissen im Land spricht. Schön, so Rüdenauer, wie Martinowitsch die Absurdität dieses gescheiterten Aufstands gegen die Autokratie einfängt. Gut gefällt dem Rezensenten etwa eine Episode, in der Matjew die Bekanntschaft einer Katze namens Heidegger macht, ein französischer Stalinist übernimmt die Rolle des Bösewichts, schließlich verliebt sich Matjew. Melancholisch, witzig und ohne Hemmungen, schreibt Martinowitsch, freut sich Rüdenauer, der auch Thomas Weilers Übersetzung libt. Der Titel des Buches ist angesichts der finsteren Lage der belarusischen Opposition zwar ironisch gemeint, erfahren wir, zwischendurch scheint dennoch auch mal die Hoffnung auf eine bessere Zukunft durch.

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