Aus dem Französischen von Doris Nobilia. Valerie Mrejens erzählt die Beziehung zu Bruno, ihrem Exfreund, entwaffnend offen, lakonisch und voller Selbstironie. Bruno ist ein Lebenskünstler und Ästhet der besonderen Art, das Hellblau einer japanischen Teetasse fasziniert ihn weit mehr als seine Rendezvous mit Valerie. Die verbringt vergeblich Stunden und Tage neben dem Telefon, hört seine Lieblingsmusik und hält im Kühlschrank Schokoladeneclairs für ihn bereit. Ihre Abhängigkeit lässt Valerie Mrejen in kurzen, prägnanten Szenen aufblitzen, in denen sich wohl jeder wiedererkennt, der schon einmal unglücklich verliebt gewesen ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2008
Georg Renöckl bespricht diesen kurzen Roman voller Wohlwollen, wenn er ihn auch mitunter etwas zu durchsichtig findet. Die französische Autorin Valerie Mrejen, bisher vor allem als Dokumentarfilmerin und Videokünstlerin bekannt, erzählt darin in kurzen Schlaglichtern von der glücklosen Beziehung einer Ich-Erzählerin mit Namen Valerie Mrejen zum ichbezogenen Bruno, informiert der Rezensent. Er weiß die genauen und selbstironischen Beobachtungen der Ich-Erzählerin zu schätzen und lässt sich von Mrejens "Witz" und ihrem ausgesprochenen Händchen für pointierte Szenen einnehmen. Nur manchmal fragt er sich, warum die Ich-Erzählerin, die sich als vor Liebe blindes "Dummchen" präsentiert, eigentlich auf diesen selbstbezogenen und sie beständig demütigenden Mann hereinfällt. Aber um darüber zu sinnieren, warum die Liebe dort hinfällt, wo sie hinfällt, gibt dieser Roman "gepflegte" Gelegenheit, freut sich Renöckl dann doch.
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