Uwe Hinrichs

Multi Kulti Deutsch

Wie Migration die deutsche Sprache verändert
Cover: Multi Kulti Deutsch
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406656309
Broschiert, 294 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Die Zuwanderung hat die deutsche Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten wesentlich geprägt. Vor allem in der gesprochenen Sprache sind die Einflüsse von Migration und Globalisierung deutlich zu spüren. Nicht nur das inzwischen omnipräsente Englische, sondern auch die Sprachen der Zuwanderer, das Türkische, Polnische oder Russische, prägen die deutsche Alltagssprache in zunehmendem Maße. Während Sprachpuristen den Niedergang der deutschen Sprache beklagen, geht es Hinrichs in seinem Buch um eine unvoreingenommene Bestandsaufnahme: Welche Sprachen sind mit den Zuwanderern nach Deutschland gekommen? Welche Mischformen haben sich daraus entwickelt? Und welche Veränderungen im Deutschen hat dieses vielfältige "Sprachengemisch" bewirkt?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2013

Von wegen Multikultideutsch! Stefana Sabin kann die Veränderung des Sprachstandards durch Migrantensprachen in Deutschland vorerst nicht erkennen. Der Autor spricht zwar davon, bietet Sabin jedoch keine stichhaltigen Beweise für seine Thesen, nur zufällig wirkende Beispiele ("dem Präsident"). Sabin rät, statt von tiefgreifenden Veränderungen lieber von Phantomdeutsch zu sprechen. Der Rest, meint sie, sind Varianten und immer schon dagewesene Verschleifungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2013

Kritisch geht Wolfgang Krischke mit dem Buch des Linguisten Uwe Hinrichs ins Gericht und stellt fest: Der Autor übertreibt nicht nur mitunter, wenn er die Kreolisierung, den Sprachwandel des Deutschen durch die Sprachen der Einwanderer konstatiert, er bleibt auch weitgehend die Belege schuldig. Dass die Migrantensprachen einen Einfluss haben auf die grammatikalischen Gepflogenheiten, möchte der Rezensent gar nicht bestreiten. Die "mediale Dauerpräsenz" und der Kultstatus von sprachlichen Verschleifungen und Vereinfachungen ist für Krischke allerdings weitaus stärker an solchen Veränderungen beteiligt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013

Jens Bisky kann den kulturpessimistischen Allgemeinplatz von der Überfremdung des Deutschen durch modische Angliszismen nicht mehr hören. Umso dankbarer ist er für die fundierte Studie "Multi Kulti Deutsch", in der der Slawist und Übersetzungswissenschaftler Uwe Hinrichs die Auswirkungen von Migration auf die deutsche Sprache untersucht. Dass sich grammatische Einflüsse des Türkischen, des Polnischen oder des Russischen im Deutschen niederschlagen, leuchtet dem Rezensenten ein und er freut sich, dies hier so präzise dargelegt zu bekommen. Doch es geht nicht nur um die Auswirkungen von Migration, auch der veränderte Sprachgebrauch durch informelle Schriftmedien wie Email und SMS oder der Vormarsch des Englischen durch die Technik- und Unterhaltungsindustrie spielen eine Rolle, berichtet Bisky, dem ganz besonders gefällt, dass Hinrichs darauf hinweist, dass auch die Muttersprachler an der Simplifizierung ihrer Sprache eifrig mitwirken.
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