Uwe Fraunholz

Motorphobia

Antiautomobiler Protest in Kaiserreich und Weimarer Republik. Diss.
Cover: Motorphobia
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2002
ISBN 9783525351376
Broschiert, 318 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Die Motorisierung des Individualverkehrs war nicht nur mit einem Zugewinn an Freiheit und Effizienz verbunden, sondern führte bereits vor der massenhaften Verbreitung des Autos zu Konflikten und Widerständen. Uwe Fraunholz beschreibt und untersucht diesen teilweise gewalttätigen Widerstand, der sich vor allem auf dem Land manifestierte und erst in der Weimarer Republik abflaute. Deutschland beschritt in diesem Modernisierungsbereich keinen Sonderweg. Überall provozierte die zunehmende Verbreitung des Automobils den gewalttätigen Unmut der Nicht-Motorisierten. Doch die Abneigung war nicht grundsätzlicher Natur: Nirgends wurde Autofeindschaft zum Massenphänomen. Und mit dem zunehmenden Angebot auch für weniger betuchte Käufer geriet der Protest gegen das Auto zur Episode.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2003

In seiner Studie widmet sich Uwe Fraunholz dem massiven Widerstand, der dem Automobil Anfang des 20. Jahrhunderts entgegenschlug, berichtet der "uha" zeichnende Rezensent. So schildere Fraunholz, wie man besonders auf dem Land die lärmenden, viel Staub aufwirbelnden Vehikel mit Steinen und Mist bewarf und mit über die Straßen gespannten Seilen zum Stehen brachte. Der Rezensent sieht diese antiautomobilen Proteste in der Tradition des "Sozialrebellentums", das in der Frühneuzeit vom rücksichtslosen Jagdvergnügen des Adels provoziert worden war. Gerade vor diesem Hintergrund hält es der Rezensenten dann aber nicht für einleuchtend, die ersten Autofeinde "modernisierungsgeschädigt" zu nennen - insbesondere da der antiautomobile Widerstand verebbt sei, als der Personenwagen für breite Schichten erschwinglich wurde.
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