Endlich Ferien mit den Eltern im Schiffhaus am Meer. Aber irgendwie ist diesmal von Anfang an der Wurm drin. Linns Mama und Papa haben Knatsch, weil Papa noch mal zurück in die Stadt muss, und deshalb ist Mama total sauer. Das reicht ja schon, um einem die Urlaubslaune zu verderben. Aber weil das wohl immer noch nicht genug Mist ist, selbst wenn man erst neun Jahre alt ist, hat auch noch Linns Lieblingsurlaubsfreundin Smilla ein fremdes Mädchen mit ans Meer genommen. Was ist los? Wieso merkt denn niemand, wie allein Linn sich fühlt? Wieso will keiner wissen, wie es ihr geht? Vielleicht braucht es manchmal Blitz, Donner und Hagelschlag, damit die Luft wieder klar wird und man sich besser erkennen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2016
In Ute Wegmanns neuem Buch geht es weniger ums eigene Weglaufen, als darum, wie einem das Leben manchmal wegzulaufen scheint, erfahren wir von Rezensentin Eva-Maria Magel. Aus der Sicht der 9-jährigen Ich-Erzählerin erzähle Wegmann von drei Tagen, in denen ganz plötzlich die Grundfesten im Leben des Kindes erschüttert werden. Die beste Freundin wendet sich ab, der Vater hat nichts als seine Arbeit im Kopf und die Mutter denkt über eine Scheidung nach, lesen wir. Die Illustrationen von Birgit Schössow sind eine Bereicherung für die Erzählung, freut sich die Rezensentin, die auch die Geografie, Natur und Stimmungslage gut miteinander verwoben fand. Enttäuscht haben sie allerdings die erzählerischen Lücken. Das "Nichterzählte" wird hier "vom Kunstbegriff zum Defizit", bemängelt Magel, während die Ich-Erzählerin an anderer Stelle wiederum etwas zu kundig für eine 9-Neunjährige berichtet.
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