Urs Widmer

Ein Leben als Zwerg

Cover: Ein Leben als Zwerg
Diogenes Verlag, Zürich 2006
ISBN 9783257065138
Gebunden, 192 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Ein Zwerg aus Gummi ist der Held - ja sogar der Autor - dieses Buches. Sein Geheimnis ist, daß er, wenn kein Mensch ihn anschaut, lebt. Sich bewegen kann, denken, fühlen. Er begleitet Uti - jenen Jungen, der ihn mit seinem liebenden Blick erst lebendig gemacht hat - durchs Leben (Utis Leben), lebt sein Zwergenleben, während der Junge erwachsen wird und ein Mann, ein fast schon alter Mann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.08.2006

Dieses Buch, stellt Burkhard Müller mit gehöriger Boshaftigkeit fest, beweise einwandfrei, dass es Bücher gibt, die die Welt nicht braucht. Müller zeigt sich gehörig genervt von diesem Roman, zu dem sich Urs Widmer offensichtlich von seinen Kindheitserinnerungen inspirieren ließ. Seine Familie wird dabei von Spielzeug-Zwergen repräsentiert, was dem Rezensenten nicht so recht einleuchtet, geschweige denn ihn befriedigt. Zudem weist die Erzählung nach Müllers Einschätzung nicht gerade viel Charme auf. Die Geschichte funktioniere auf keiner Ebene, und wo er sich anfangs noch ob all der "Peinlichkeit" krümmt, langweilt ihn es am Schluss nur noch.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2006

Urs Widmers Buch "Ein Leben als Zwerg" hat Gieri Cavelty nicht gerade in einen Begeisterungssturm versetzt. Zwar findet er die Geschichte um den Gummignom Vigolette alt, der aus der Zwergenperspektive das banale menschliche Treiben kommentiert, durchaus neckisch. Ja, bisweilen kann sich Cavelty ein Schmunzeln nicht verkneifen. Zu seinem Bedauern begnügt sich Widmer allerdings "mit possierlichen Späßchen". Auch die Ironie des Buchs wirkt auf ihn "harmlos". Besonders störend empfindet Cavelty den "Kontrast zwischen der beschworenen Liebenswürdigkeit der Wichtelwelt und einer augenfälligen Lieblosigkeit im dramaturgischen Detail". Einen Vergleich mit Widmers Werken von literarischen Rang kann dieses Buch seines Erachtens nicht standhalten. Cavelty sieht darin nicht viel mehr als einen "literarischen Zwerg".
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