Ulrich Johannes Schneider

Andrew Carnegies Bibliotheken

Über Moderne und Öffentlichkeit
Cover: Andrew Carnegies Bibliotheken
Carl Friedrich von Siemens Stiftung, München 2024
ISBN 9783938593394
Kartoniert, 129 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ulrich Johannes Schneider: "Andrew Carnegie war unter den ersten, die Bibliotheken als soziale Institutionen legitimierten. Er erfand gewissermaßen den sachlichen Blick von außen auf diese Institution; er initiierte und prägte einen Diskurs über Bibliotheken, der diese bewarb und rechtfertigte. Er machte Bibliotheken zum Thema der Öffentlichkeit."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.09.2024

Die drei Stunden, die man für die Lektüre dieses Buches benötigt, lohnen sich absolut, findet Rezensent Arno Widmann, dem Ulrich Johannes Schneiders Buch ein Anlass ist, über das gute Leben im falschen nachzudenken, genauer gesagt: Über die großzügige, ambitionierte Spendentätigkeit des Kapitalisten Andrew Carnegie. 2800 Bibliotheken hat Carnegie finanziert, erfährt man hier, und auch worum es ihm dabei ging: Um die Vermittlung von Wissen als Voraussetzung für ein demokratisches und friedliches Zusammenleben aller Menschen, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Klasse und Alter. Auf welche Widerstände Carnegie mit dieser Vision und ihrer Umsetzung immer wieder stieß, wird ebenfalls beschrieben. Und gezeigt, zum Beispiel in der Fotografie einer Schalterschlange, in der zwar Männer, Frauen, Kinder stehen, aber nur weiße. Doch Rassismus und Sexismus sind nicht die einzigen Widerstände, auf die Carnegie stieß, lesen wir. Immer wieder traf ihn auch die nicht unbegründete Kritik von links: Seine Spenden seien nichts als Ablasszahlungen. Schließlich, erinnert uns Widmann, war Carnegie einer der größten Stahlproduzenten der Welt. Und wo wird besonders viel Stahl benötigt? In der Rüstungsindustrie. Ja, wie viel Schlechtes muss man tun, "um so viel Gutes tun" zu können, fragt sich der Rezensent nach der Lektüre dieses kleinen, feinen Buches. 110 Seiten umfasst es nur, und ist doch so viel größer, denn dahinter, so Widmann, steht das enorme Wissen seines Autors, des Philosophen, Foucault-Kenners und Experten für Bibliotheksgeschichte Ulrich Johannes Schneider.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Ben Lerner. Transkription - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Ben Lerner: Transkription
Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Karl Ove Knausgard. Arendal - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Karl Ove Knausgard: Arendal
Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…