Mit einem Vorwort von Jürgen Osterhammel. Global in der Perspektive, unvoreingenommen im Herangehen, narrativ in der Vermittlung: So geht Geschichtsschreibung heute. Die Zeiten, in denen für Historiker der westlich-europäische Weg das Maß aller Beschäftigung mit Geschichte war, sind vorbei. Auf der ganzen Welt arbeiten Historiker heute an einer neuen Art, Geschichte im globalen Kontext zu denken, zu verstehen, zu schreiben. In 16 Kapiteln - von Wirtschaft, über Macht, Gender und Kommunikation bis zu Umwelt, Religion und Gefühlen - legen international führende Gelehrte dar, welche Herausforderungen und Bereicherungen der Perspektivenwechsel für die Geschichtswissenschaften bereithält.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2013
Hans-Ulrich Wehler hat dieser in einer "Studierstube in Cambridge" zusammengestoppelte Sammelband zum Thema Geschichtsschreibung heute ganz und gar nicht überzeugt. Die "Neue Geschichte" stellt er sich vollkommen anders vor. Wehler bevorzugt die vergleichende gemeineuropäische Perspektive. In den vorliegenden 16 Beiträgen aus der englischen und amerikanischen Akademikerwelt, wie Wehler despektierlich anmerkt, sieht er den Anspruch, die wichtigsten neuen Strömungen der Geschichtsschreibung aufzuzeigen, jedenfalls nicht erfüllt. Mehr Lücken als Exzellenz entdeckt Wehler, schon weil das sogenannte "Neue" in seinen Augen nirgends definiert wird. Den wenigen glänzenden Stücken (Christopher Baylys Text über Globalgeschichte gehört für Wehler dazu, ebenso Peter Burke über Kommunikationsgeschichte) stehen laut Wehler die englische Forschung einseitig bevorzugende Beiträge gegenüber, wie etwa ein Text zum Thema Kultur, der laut Rezensent auf die britischen Cultural Studies beschränkt bleibt. Weitere Lücken sieht Wehler in Sachen Nationalismusgeschichte, Politikgeschichte a la Kershaw/Wirsching, Wirtschaftsgeschichte a la Tooze, betreffend neue Synthesen und, und, und.
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