Aus dem Englischen von Guido Keller. Nicht länger als sieben Atemzüge soll es dauern, bis man eine Entscheidung getroffen hat, schrieb Tsunetomo Yamamoto vor dreihundert Jahren im "Hagakure", dem legendären Ehrenkodex für Samurai. In kurzen Kapiteln vermittelt das Hagakure Wahrheiten, die noch immer gültig sind: Es liest sich als ein Leitfaden für strategisches Handeln und den Umgang mit Macht und Karriere. Ähnlich wie Machiavellis "Der Fürst" oder Sunzis "Die Kunst des Krieges" zeigt es den Weg zu Entschlossenheit und Loyalität und schärft Verstand und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Durchsetzung bei Konflikten, die Gelassenheit bei privaten Entscheidungen und die Weisheit in der Lebensführung machen das Hagakure zu einem besonderen Wegweiser in der heutigen Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2004
"Bushido", der "Weg des Samurai", klärt Ludger Lütkehaus auf, ist die "radikalste Gefolgschaftsethik der Geschichte", die sich aber von anderen Varianten extremer Loyalität durch seine zenbuddhistische Durchdringung unterscheide: "Bewusstsein der Unausweichlichkeit des Todes, verbunden mit der Einsicht in die Leere aller Dinge, mündet in die Wahl des Todes als den Weg des Samurai. Samurai sind Stoiker mit dem Schwert." Tsunetomo Yamamoto hat die Prinzipien des "Bushido" im 18. Jahrhundert ins Literarische überführt - in 1300 "Maximen, Lektionen, Geschichten", die eine große Popularität erreichten und jetzt endlich auf Deutsch vorliegen. Großer Wermutstropfen für Lütkehaus: "Die bibliophil schöne deutsche Auswahlausgabe des 'Hagakure' ist leider eine Sekundärübersetzung aus dem Englischen" und auch im Kommentarteil hat Lütkehaus Mängel gefunden. Die Perfektion der Samurai bleibt unerreicht.
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