Mit seinem revolutionären und befreiten Blick auf den nackten Körper und die Sexualität hat sich Egon Schiele Anfang des letzten Jahrhunderts nachdrücklich in die Geschichte der Kunst eingeschrieben. Noch heute wirken die Frauen- und Selbstporträts des Enfant terrible der Wiener Moderne aufregend und kühn. Sie alle entstanden im letzten Jahrzehnt seines kurzen Lebens. Mit insgesamt 578 Abbildungen zeichnet dieser Band diese Jahre nach und zeigt alle 221 Gemälde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.09.2017
Rezensentin Ingeborg Ruthe freut sich an dem von Tobias G. Natter herausgegebenen schwergewichtigen Band mit den Gemälden Egon Schieles. Die Bedeutung Schieles im europäischen Expressionismus wird ihr schlagartig bewusst, sieht sie die 221 Gemälde und 146 Zeichnungen in "bester" Faksimile-Qualität, die Selbstporträts und Halbweltdamen, die Körper als Schlachtfeld und Tatort. Dass Schiele kein Frühvollendeter war, geht ihr dabei auch auf und auch, wie weit er sich vom Lehrer Klimt entfernte. Konkordanz, Ausstellungs- und Literaturverzeichnis und Register machen den Band für Ruthe zum Informationsmonster.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2017
Rezensentin Felicitas Rhan zeigt sich besonders beeindruckt von der Aufmachung dieses übergroßen, von Tobias G. Natter herausgegebenen und mit einem Werkverzeichnis versehenen Egon-Schiele-Bildbandes. Auf über 600 Seiten werden fast 150 Zeichnungen und 220 Gemälde des österreichischen Künstlers gezeigt, darüber hinaus sind ausgewählte Grafiken zum Vergleich auf strukturiertes Papier gedruckt, was den Anschein eines Faksilimiles bewirkt, erklärt Rhan. Ein wenig irritiert ist die Rezensentin allerdings von der Auswahl des Titelbildes, welches das Aquarell Moa zeigt, das eigentlich noch nicht viel mit Schieles späterem plastischen Stil zu tun hat, meint die Kritikerin.
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