Missbrauch, Priestermangel, Klerikalismus, Diskriminierung der Frauen - das sind die Symptome der Krise des Amtes. Bischöfe sprechen von Strukturwandel. Braucht eine zukunftsfähige Kirche jedoch nicht eine neue Gestalt des Amtes? Christus ist Priester, König und Prophet. Dem II. Vatikanum liegt die Lehre vom dreifachen Amt zugrunde. Thomas Ruster macht daraus ein Modell für eine neue Amtsstruktur. Die Leitidee: Heiligung, Leitung und Verkündigung werden auf verschiedene Personen aufgeteilt und auf Zeit vergeben. Es entsteht eine Balance of Powers nach biblischem Vorbild. Die Lösung ist nicht aus der Not geboren, sondern aus der Bibel und dem Besten der katholischen Tradition. Sie hält an der Sakramentalität des Amtes fest. Sie könnte sofort von jedem Bischof umgesetzt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2019
Der hier rezensierende evangelische Theologe Wolfgang Huber könnte sich auch eine kühnere Forderung nach struktureller Veränderung kirchlicher Ämter vorstellen als die, die der katholische Theologe Thomas Ruster in seinem Buch aufstellt. Die Verteilung priesterlicher Aufgaben auf verschiedene Personen, die "balance of power", wie sie Ruster mit Bezug zu den drei Ämtern Christi vorschwebt, bezieht sich laut Huber ja weder auf das Bischofs- noch auf das Papstamt. Wie der Autor seinen Vorschlag im Text begründet, scheint Huber durchaus exkursreich und verschlungen, dem Leser Aufmerksamkeit abfordernd.
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