In diesem Buch werden die positiven Aspekte von Liebe und Sexualität im körperpsychotherapeutischen Bereich aufgezeigt, denn gerade das Spannungsfeld zwischen den Geschlechtern ist ein kreativer, dynamischer und energetisch geladener Ort. Nachdem bereits im 3. Band dieser Buchreihe die Gefahren des sexuellen und emotionalen Missbrauchs in Psychotherapien dargestellt worden sind, wird im vorliegenden Band gezeigt, wie dieses Spannungsfeld persönliches Wachstum und Entwicklung, lustvolle, motivierte und differenzierte, autonome Lebensgestaltung anregen und unterstützen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2001
In seiner Rezension zeigt sich Tilmann Moser spürbar erleichtert darüber, dass sich heute zunehmend Therapeuten vom in der klassischen Psychoanalyse praktizierten Berührungsverbot distanzieren. Und so begrüßt er den vorliegenden Sammelband ausdrücklich, weil sich hier "eine Reihe von herausragenden Praktikern und Theoretikern der analytischen Körpertherapie" zu Wort melden. Hauptanliegen ist - so Moser - eine "neue Ethik der Berührung", wobei der Rezensent ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich bei den meisten der Autoren - anders als der Titel vermuten lässt - keineswegs um Bioenergetiker handelt, sondern um "Analytiker und tiefenpsychologische Therapeuten". Besonders beeindruckt zeigt sich Moser vom Beitrag Alan Lewis', der hier mit imponierender "Offenheit" auch eigene Berührungsfehler in seiner Therapiearbeit bespricht. Aber auch die Texte von Dagmar Hoffmann-Axthelm (hier geht es um die Frage, wieso Patienten oft zielsicher einen männlichen oder weiblichen Therapeuten wählen) oder von George Downing, der den "Umgang mit Liebe und Erotik im soziologischen Zusammenhang" diskutiert, hebt Moser als besonders erhellend hervor.
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