Thomas Flemming

Kein Tag der deutschen Einheit

17. Juni 1953
Cover: Kein Tag der deutschen Einheit
bebra Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783898090384
Kartoniert, 163 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der vorliegende Band untersucht die Ursachen, die zu den Ereignissen am 17. Juni 1953 führten, schildert die Kämpfe in verschiedenen Streikzentren und beschreibt die Folgen des Aufbegehrens gegen die Arbeiter- und Bauernregierung. Eine Vielzahl von Fotos und Dokumenten illustriert Dramatik und Tragik eines vergeblichen, aber nicht vergessenen Aufstands. Das offizielle Buch zur ARD- und Arte-Sendung.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.06.2003

Die Erinnerung an den 17. Juni findet Rezensent Daniel Koerfer unterrepräsentiert. Das vorliegende Buch dürfte er daher mit freudiger Erwartung gelesen haben. Doch er ist enttäuscht. Der Autor liefere einen knappen resümierenden Abriss der Ereignisse. Dabei stellt Fleming fragwürdige Thesen auf, so unser Rezensent. Zum einen betone er stets, das sich der Aufstand nicht gegen die sowjetische Besatzungsmacht gerichtet habe. Zum anderen sehe er Ulbricht als Generalsekretär auf Abruf, von Berija, Malenkow und Chrustschow bereits abgeschrieben. Ergo resümiert Koerfer: "So spannend seine Schilderung der kommunistischen Kabalen zu lesen ist, die Indizienkette bleibt dünn."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2003

Das Buch widmet sich, erfahren wir von Rainer Blasius, der Vorgeschichte und den Ursachen für den Aufstand am 17. Juni 1953. Der Autor wendet sich dabei vor allem, erfahren wir weiter, gegen die Versuche, nach den Ursachen des 17. Juni nur im Rahmen einer "Unterdrückungsgeschichte" zu suchen. Der Volksaufstand sei kein "Akt schierer Verzweiflung" gewesen, zitiert der Rezensent aus dem Buch. Vielmehr seien da "durchaus selbstbewusste Menschen auf die Straße gegangen, die es 'denen da oben'einmal zeigen wollten". Das Motiv der Aufständischen sei also dies gewesen: "Eine 'Arbeiter- und Bauern-Regierung' hatte gefälligst für die Interessen der Arbeiter und Bauern zu sorgen oder sie hatte zu verschwinden."
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.06.2003

Dieses Buch ist als Begleitband zur gleichnamigen ARD-Dokumentation herausgekommen, die am 17. Juni 2003 ausgestrahlt wird. Ausgesprochen spannend findet die Rezensentin Dorothea Heintze die zahlreichen Originaldokumente, die die Darstellungen ergänzen, wie zum Beispiel handschriftliche Notizen Otto Grotewohls über die "Schimpftiraden der russischen Genossen". Für die Rezensentin ein reines "Lesevergnügen": "knapp, präzise und bisweilen unterhaltend".
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