Thomas de Quincey

Ruin

Roman
Cover: Ruin
Friedenauer Presse, Berlin 2022
ISBN 9783751806213
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andreas Hofbauer. Als Agnes, die junge Frau des Erzählers, an einem strahlenden Frühlingstag aufbricht, um in der Stadt kleinere Besorgungen zu erledigen, ahnt noch niemand von dem Unwetter, das sich bereits über ihr zusammenbraut. Selbst das diffuse Gefühl ihres Mannes, dass sich von irgendeiner geheimen Stunde an immerzu ein Unheil auf ihn und seine Familie zubewege, rüstet keinen der beiden hinlänglich dafür, dass schon bald alle Marksteine eines erinnerungswürdigen Glücks hinweggefegt und von dem Frieden und dem Ansehen ihres bisherigen Lebens nur mehr Ruinen bleiben werden. Geschrieben in einer Zeit, als finanzielle Schwierigkeiten Thomas de Quincey und seine Familie zwangen, wiederholt Zuflucht in Edinburgh zu suchen, erzählt der Roman von den kulturellen wie gesellschaftlichen Kräften, die sich teilnahmslos und unerbittlich entwickeln, "unbekümmert darob, wen oder wie viele sie vernichten".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2022

Offensichtlich graben deutsche Verlage gerade in den Bücherkisten des 19. Jahrhunderts: "Ruin" ist der Titel für die deutsche Übersetzung eines 1838 erschienenen Romans von Thomas De Quincey. Nach sieben schmalen, aber schwer verdaulichen Seiten fühlt sich Rezensent Tilman Spreckelsen durch den britischen Schriftsteller allerdings reich beschenkt: Denn die Geschichte eines alten Mannes, der über seine Ehefrau Agnes erzählt, findet er ungeahnt mitreißend. Weil De Quincey verstand, die Leser zu narren, ob der ständig um den eigenen Bauchnabel kreisende Mann die tragische Wahrheit über seine Ehe erzählt oder sich selbstgerecht gegen jede Kritik wappnet - ohne zu bemerken, dass er seine Frau über weite Strecken ihres Lebens vergessen hatte.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.08.2022

Rezensentin Julia Schröder liest interessiert die neue Übersetzung von Thomas de Quinceys "Ruin". In diesem ursprünglich 1838 erschienenen Buch berichtet ein Ich-Erzähler von dem Untergang seiner jungen Familie, genauer gesagt von einem (an wahre Ereignisse angelehnte) Londoner Skandal, bei dem die junge Frau des Erzählers, Agnes, festgenommen und verurteilt wird, erklärt Schröder. Hierfür steigert der Autor der Rezensentin zufolge stets die Spannung der Geschehnisse, lässt sich für Erklärungen seitenlang Zeit und betreibt stellenweise gar "Spitzenklöppelei". Bestrickend findet Schröder das, inklusive Schauerromantik und Melancholie.

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