Tao Lin

Gute Laune

Roman
Cover: Gute Laune
DuMont Verlag, Köln 2009
ISBN 9783832180997
Gebunden, 158 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stephan Kleiner. Andrew ist Pizzabote bei Domino's Pizza, aber das ist er nicht gerne. Andrew lebt in Orlando, Florida, aber dort lebt er nicht gerne. Andrew träumt von Sara, einem Mädchen, mit dem er in New York ein einziges Date hatte. Seitdem hat er sie nicht wiedergesehen. Trotzdem ist Sara wohl die wichtigste Person in seinem Leben. Außer Steve vielleicht, seinem besten Freund, dessen Mutter bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Und dann sind da noch die Tiere, die Delfine, Bären, Hamster und Elche. Verwirrte intelligente Tiere, die versuchen, sich mit verwirrten intelligenten Menschen wie Andrew zu verständigen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.01.2010

Amüsant findet Tobias Schwartz diesen intelligenten wie haarscharf seine Pointen setzenden Debütroman, auch wenn er Schwarz' Informationen zufolge keinen wirklichen Plot hat. Doch die tief-melancholische Coming-Of-Age-Stimmung des Buchs hat ihn ergriffen. Der Vergleich mit Salingers Holden Caufield drängt sich ihm auf. Allerdings würze der chinesisch-amerikanische Autor den Weltschmerz seines Helden - ein Pizzabote in Orlando, wie man liest - mit einem "ordentlichen Schuss bissiger Ironie", führe dessen Befindlichkeiten immer wieder ad absurdum und lasse seine Wahrheiten schließlich ins Absurde abdriften. Es wimmele im Roman von literarischen Anspielungen, und zwar weder aufdringlich noch plagiierend, sondern höchst erhellend, wie Schwarz findet. "Und irgendwie steckt überall auch ein bisschen Woody Allen drin." Immer wieder kratzt sich der Rezensent angesichts der "durchgeknallten Einfälle" des als Blogger bekannt gewordenen Tao Lin am Kopf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2009

Alexander Müller schwankt angesichts des Romandebüts von Tao Lin zwischen Bewunderung und Irritation, der darin den vor Ironie und Sarkasmus strotzenden, in Weltschmerz ertrinkenden Pizzaboten Andrew porträtiert, dem immer wieder sprechende Tiere begegnen. Lin genießt in gewissen Kreisen wegen seines Internet-Blogs "Reader of Depressing Books" Kultstatus, weiß der Rezensent. Müller ist zwar von der aggressiven Selbstdarstellung und -vermarktung des Autors im Netz beeindruckt, und findet, dass der Autor sprachlich sehr originell und unterhaltsam ist, ihn strengt die "zwanghafte" Originalität dieses Romans allerdings mitunter etwas an, wie er zugeben muss. Trotzdem findet er die Darstellung dieser unglücklichen Existenz in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit und Larmoyanz durchaus gelungen, und besonders lobenswert erscheint ihm die geglückte sprachliche Überführung bloghafter Stilmerkmale in einen Roman.
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