Jessica Knoll

Bright Young Women

Roman
Cover: Bright Young Women
Eichborn Verlag, Köln 2024
ISBN 9783847901891
Kartoniert, 464 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Jasmin Humburg. Ein Samstag im Jahr 1978 in Florida: Mitten in der Nacht dringt ein Mann in ein Studentinnenwohnheim ein. Er geht von Zimmer zu Zimmer und tötet mehrere Bewohnerinnen. Schon bald wird er als einer der bekanntesten Serienmörder der USA bekannt sein. Doch er wurde bei seiner Tat beobachtet. Die Überlebenden, darunter Hauptzeugin Pamela Schumacher, wird diese Nacht für immer verändern. Sie sind alle zum Opfer geworden. Aber sie erzählen hier ihre Perspektiven, sie bleiben Herrinnen ihrer Geschichten. Und sie jagen den Täter auf eigene Faust - gegen Widerstände aus Justiz und Polizei; gegen die öffentliche Meinung, die den Serienmörder idolisiert.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.01.2025

Rezensentin Katrin Doerksen entdeckt in Jessica Knolls Buch die "Kräfte  klug kanalisierter weiblicher Wut": Sie hat einen Serienmörder zum  Thema, dessen Namen sie nie nennt, aber dessen Opfer oder  Beinahe-Opfer hier im Mittelpunkt stehen. Als kluger erzählerischer  Kniff erzählt Pamela, einer der Protagonistinnen, aus der heutigen  Zeit über das, was ihr in den 1970er-Jahren beinahe widerfahren wäre:  Als sie des Nächtens als Studentin in ihrem Verbindungshaus  umherstreift, umgeht sie nur durch Zufall den Mörder, erfahren wir.  Sie ist zwar die wichtigste Zeugin, wird aber, wie Knoll Doerksen  zufolge eindrücklich schildert, von den Behörden weitestgehend alleine  gelassen. Das ist angereichert durch psychologisches wie juristisches  Wissen und in der Wut über die mordende Misogynie sehr überzeugend,  wie die Rezensentin schließt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.12.2024

In diesem Roman steht nicht der Serienmörder im Zentrum, dessen Taten viele fiktionale Verarbeitungen inspiriert haben, nicht einmal sein Name wird genannt, stattdessen geht es Jessica Knoll darum, den getöteten Frauen "Stimme und Gesicht zu geben", lobt Kritikerin Katharina Granzin. Ich-Erzählerin Pamela ist 1978 Augenzeugin einer  brutalen Gewalttat, die er auf einem Campus verübt, die Hilfe, die sie von offiziellen Stellen bekommt, ist überschaubar, damit verknüpft  wird noch eine Rahmenhandlung 2021 und eine Erzählung, die 1974  spielt, was Granzin zufolge stilistisch eher mittelmäßig gelingt. Viel mehr überzeugt sie, wie Knoll "wütend gegen eine Mythisierung des Serientäters anschreibt", auch wenn die Art und Weise, wie die Unterdurchschnittlichkeit seines Lebens betont wird, bisweilen ein bisschen seltsam wirkt, wie sie schließt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2024

Eine Verfilmung drängt sich geradezu auf, betont die Rezensentin Lilli Ann Vorbeck nach der Lektüre, so akribisch ist der Erzählstil und entsprechend detailreich das Buch von Jessica Knoll. Die Autorin schildert darin den Prozess gegen den Serienmörder Ted Bundy in den 1970er Jahren.  Knoll erzählt aus der Perspektive der Opfer. Die Protagonistin ist eine Überlebende von Bundys Taten, die einen doppelten Kampf gegen den Mörder und die Justiz sowie die öffentliche Meinung führen muss. Insofern versuche das Buch, "den Opfern eine Stimme zu geben", wobei Knoll "eindrucksvoll" zeige, wie viele Hürden die Frauen auf dem Weg zur Gerechtigkeit zu überwinden hätten, betont die Rezensentin. Durch den Perspektivwechsel wolle Knoll nicht nur die Opfer zu Wort kommen lassen, sondern auch den Mythos des jungen, verführerischen Mörders demontieren und problematisieren. Ein äußerst gelungenes und zudem erzählerisch spannendes Unterfangen, findet Vorbeck.

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