Tanja Kokoska

Guten Morgen, schönes Wetter heute

Roman
Cover: Guten Morgen, schönes Wetter heute
dtv, München 2026
ISBN 9783423285629
Gebunden, 352 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoostudio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung "Am Kastanienbaum", irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt. Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit. Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Entdeckung: Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.08.2026

"Angenehmes Wohlgefühl" empfindet Rezensentin Tanja Wessendorf bei der Lektüre von Tanja Kokoskas Roman über die Kastanienbaum-Siedlung, in der etwas eigenwillige und ganz liebevolle Nachbarn zusammenkommen. An zentraler Stelle steht Ina, alleinerziehende Mutter mit zwei Jobs, harter Schale und weichem Kern, bei ihr laufen alle Fäden der Erzählung zusammen, so Wessendorf. Mit zärtlicher Detailverliebtheit schreibt Kokoska auch von Samy, dem Koch aus Sri Lanka, der sich von Ina "Im Todesfall nicht reanimieren" tätowieren lassen will, weil er so deprimiert ist. Die Gemüseverkäuferin Frau Arslan hingegen steckt ihren Kunden Zettel mit Rilke-Gedichten zwischen die Einkäufe, was das Herz der Kritikerin ziemlich wärmt. Kitschig ist das Buch aber nicht, bekräftigt sie, dafür sorgen Figuren wie Frau Kaiser, die mit ihren 85 Jahren langsam tüdelig wird, die Kriegsflucht als Kind aber allzu gut erinnert. Für sie ist das Buch eine gelungene und liebevolle Erinnerung daran, die Menschen um einen herum und ihre Geschichten besser wahrzunehmen.