Tadeusz Borowski, Kai Grehn

Imiona nurtu. Die Namen der Strömung

Gedichtband und 1 Hörspiel-CD
Cover: Imiona nurtu. Die Namen der Strömung
Zweitausendeins Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783963181818
Gebunden, 96 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Buch plus 1 CD. Dauer 82 Minuten. Der zweisprachige Gedichtband ist die erste deutschsprachige Veröffentlichung einer größeren Auswahl an übersetzten Gedichten von Tadeusz Borowski. Den Gedichten beigelegt ist eine CD des Hörspieloratoriums "Imiona nurtu. Die Namen der Strömung", in dem Menschen aus ganz Europa dem Aufruf von Autor und Übersetzer Kai Grehn gefolgt sind und aus den Sterbebüchern von Auschwitz die Namen von Ermordeten ausgewählt und eingesprochen haben. Entstanden ist ein memento mori, verwoben mit Lagergedichten des KZ-Überlebenden Tadeusz Borowski und mit Geräuschaufnahmen aus den ehemaligen Häftlingsbaracken, ein Hörspiel-Oratorium, das Brücken schlägt ins Hier und Heute.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2026

"Eine große Hostie der Audio-Kunst" bejubelt Rezensent Jörg Plath in seiner Besprechung. Kai Grehn hat aus Gedichten des Auschwitz-Überlebenden Tadeusz Borowskis ein äußerst kunstvolles Hörspiel gefertigt. Grehn verknüpft Borowskis Verse mit Einträgen aus den Sterbebüchern, die in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ausliegen - und von Besuchern verschiedenen Alters in verschiedenen Sprachen eingelesen werden. Weiterhin ist Windrauschen zu hören, das direkt vor Ort in der Gedenkstätte aufgenommen wurde. Tröstlich findet Plath diesen hörbaren Wind: "Er weht, wie er will". Vor allem jedoch lebt dieses Hörspiel von Borowskis Gedichten, die vom Lagerleben sowie der "Einsamkeit des Überlebenden" erzählen - 40 ausgewählte Gedichte liegen der Veröffentlichung, die Platz tief beeindruckt zu haben scheint, auch gedruckt bei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2026

Rezensentin Irene Bazinger hält das von Tadeusz Borowski und Kai Grehn als "Hörspiel-Oratorium" konzipierte Hörbuch für bemerkenswert. Zum einen würdigen Regisseur und Autor darin Tadeusz Borowski, der Auschwitz überlebte und dessen "beklemmende" Gedichte aus dem Lager hier zu hören sind, wie Bazinger erklärt. Zum anderen werden Auszüge aus den Sterbebüchern von Auschwitz verlesen, Namen von Getöteten. Für Bazinger wird dadurch das Grauen von Auschwitz auf "unspektakuläre Weise" vermittelt. Und durch die unterschiedlichen Stimmen der Vorleser wird den Toten wieder eine Individualität verliehen, findet die Rezensentin. Dass kein Booklet oder Begleitessay zu Borowski das Projekt ergänzt, findet Bazinger allerdings bedauerlich. 

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