Svealena Kutschke

Gefährliche Arten

Roman
Cover: Gefährliche Arten
Eichborn Verlag, Frankfurt/Main 2013
ISBN 9783847905370
Gebunden, 192 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Sasha und Jannis sind jung und sie wissen nicht, was sie tun; heilig ist ihnen allein ihre Kunst. Ihr Mobiliar suchen sie danach aus, ob man sich an den Kanten anständig verletzen kann. Dann wird Lizzy geboren. Sashas Art zu lieben ist so hilflos wie gnadenlos. Sieben Jahre führt die Familie ein Leben wie ein Drahtseilakt, bis das Seil schließlich reißt. Sashas Kunst wird radikaler, die Künstlerin gefährlich. Sie weiß noch immer nicht, was sie tut, aber das mit erschreckender Konsequenz. Wir erleben: wie eine Frau, die zu mögen uns sehr leicht fällt, zur Mörderin wird.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.10.2013

In ihrem zweiten Roman "Gefährliche Arten" kontrastiert Svealena Kutschke heftig den freundlich ironisierenden Ton ihres Debütromans, berichtet Catharina Koller. Im Buch tummelt sich eine Gruppe von Künstlern, die in unterschiedlichen Konstellationen durch die Gegend schlafen und mal mehr, mal weniger stabile Beziehungen eingehen, manchmal mit Kind, fasst die Rezensentin zusammen. Die Protagonistin Sasha, die "Dienstleistung als Performance-Kunst" aufbereitet, ist mächtig angekotzt von den geronnenen Klischees ihrer Generation, der Entscheidungsvielfalt, der Ironie, der Distanz, der Gleichgültigkeit, zählt Koller auf. Sasha reagiert mit Gewalt, verrät die Rezensentin, der es vorkommt, als wolle Kutschke vor allem verstörende Bilder liefern. Koller traut der Autorin aber auch zu, dass diese wiederum nur den Literaturbetrieb auf die Schippe nimmt, indem sie sich mit ihrer Drastik markt- und feuilletonwirksam positioniert und diese Finte transparent macht. Dann gibt es kein "Entkommen aus der Ironieschleife" mehr, aber dann hat die Autorin den wahrscheinlichen Erfolg auch verdient, findet Koller.
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